Entwicklungszusammenarbeit

MisereorAachen (epo). - Als einen Schritt in die richtige Richtung, aber keinesfalls als historischen Durchbruch hat das katholische Hilfswerk Misereor  die Ergebnisse des G 8-Gipfels in Gleneagles gewertet. "Die beschlossenen Entschuldungsmaßnahmen und die Aufstockung der Entwicklungshilfe um 50 Milliarden Euro sind wichtige Zusagen", sagte Misereor-Hauptgeschäftsführer Josef Sayer in Aachen. Hierin seien aber die bereits beschlossenen Entschuldungsmaßnahmen enthalten, so dass die tatsächliche zusätzliche Hilfe erheblich geringer sei.

DEDBonn (epo). - Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) hatte im Jahr 2004 rund 1.000 Fachkräfte in 43 Entwicklungsländern weltweit im Einsatz. Regionaler Schwerpunkt war mit der Hälfte der Einsätze weiterhin Afrika, 28 Prozent der Entwicklungshelfer sind in Asien aktiv, 22 Prozent in Lateinamerika. Insgesamt standen dem DED im Jahr 2004 knapp 83 Millionen Euro zur Verfügung, davon waren 13 Millionen Projektmittel für den Zivilen Friedensdienst. Diese Zahlen stellten Uwe Runge, Vorsitzender des DED-Verwaltungsrates, und DED-Geschäftsführer Jürgen Wilhelm in Bonn vor. Vor allem im Nahen Osten und in Äthiopien will der DED sein Engagement verstärken.

BfdWStuttgart (epo). - "Brot für die Welt" hat die Ergebnisse des G8-Gipfels als unzureichend bezeichnet. "Die Diskussionen in Gleneagles haben gezeigt, dass Entwicklungshilfe weiterhin von außen- und wirtschaftspolitischen Eigeninteressen geleitet wird, statt dem Ziel der Armutsbekämpfung zu dienen", erklärte die Direktorin der evangelischen Hilfsorganisation, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Vor allem Deutschland und die USA hätten bis zum Schluss Bedenken gegen eine Erhöhung der Entwicklungshilfe auf jährlich 50 Milliarden US-Dollar bis 2010 geäußert.

Heidemarie Wieczorek-ZeulBerlin (epo). - Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat im Gegensatz zu kritischen Stimmen nichtstaatlicher Organisationen  die Ergebnisse des G8 Gipfels in Gleneagles als "beeindruckendes Signal für Frieden, Freiheit und Demokratie" gewertet und von einer "historischen Entscheidung" gesprochen. Als besonders bedeutsam würdigte die Ministerin den Entschluss, bis zum Jahr 2010 die weltweiten Mittel der Entwicklungszusammenarbeit deutlich aufzustocken.

Heidemarie Wieczorek-ZeulBerlin (epo). - Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat der Ukraine Unterstützung für die seit Anfang des Jahres begonnenen Reformen zugesagt. Im wesentlichen solle der Umbau der nationalen Verwaltungsstrukturen, die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen und vor allem die Unterstützung armer und benachteiligter Bevölkerungsschichten ermöglicht werden, teilte das BMZ in Berlin mit.

BMZBerlin/Kabul (epo). - Das deutsche Entwicklungsministerium (BMZ) hat Afghanistan 50 Millionen Euro Entwicklungshilfe für das laufende Haushaltsjahr zugesagt. Weitere 30 Millionen Euro würden über das Auswärtige Amt zur Verfügung gestellt, vor allem um den Aufbau der Polizei zu unterstützen, teite das BMZ nach dem Abschluss von Regierungsverhandlungen in Kabul mit.

OxfamBerlin/Edinburgh (epo). - Die internationale Hilfsorganisation Oxfam hat Behauptungen widersprochen, die Entwicklungsländer wären mit der Aufgabe überfordert, mehr Entwicklungshilfe aufzunehmen und für sinnvolle Projekte zur Bekämpfung der Armut einzusetzen. "Zu behaupten, die armen Länder könnten das Geld gar nicht aufnehmen, ist nur eine bequeme Ausrede für die G8-Regierungen", erklärte Oxfam-Mitarbeiter Max Lawson.

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