
In weiten Landesteilen der Zentralafrikanischen Republik seien staatliche Ordnung und Wirtschaft zusammengebrochen. Ohne ein umfassendes Hilfs- und Wiederaufbauprogramm und tiefgreifende politische Reformen werde die Gewalt in dem Bürgerkriegsland noch mehr eskalieren“, sagte Delius.
Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass eine französische Journalistin bei einer Fotoreportage über bewaffnete Milizen in der Zentralafrikanischen Republik ermordet wurde. Erst Ende April 2014 waren dort zwei Journalisten bei ihrer Arbeit getötet worden. Aus Protest gegen die eskalierende Gewalt gegen Medienvertreter hatten Journalisten am 7. Mai zu einem landesweiten eintägigen Streik aufgerufen.
Besonders in ländlichen Gebieten gibt es nach Angaben der GfbV noch immer keinen ausreichenden Schutz für die Zivilbevölkerung vor Angriffen von Seleka- oder Anti-Balaka-Milizen. Beide Milizen kämpften vor allem um die Kontrolle von Gold- und Diamanten-Minen, um mit dem illegalen Verkauf von Rohstoffen ihren bewaffneten Kampf zu finanzieren oder um sich persönlich zu bereichern.
Erst am vergangenen Samstag waren bei einem Massaker von Seleka-Milizonären und Kämpfern vom Volk der Peulh in dem Dorf Dissikou 13 Menschen bei lebendigem Leib verbrannt worden, so die GfbV. Die Kämpfer hätten die Dorfbewohner in einer Hütte eingesperrt und dann das Haus in Brand gesetzt. „Jede Woche erreichen uns Berichte von neuen Massakern an der Zivilbevölkerung. Während Seleka-Kämpfer vor allem Christen ermorden, jagen Anti-Balaka-Milizionäre Muslime und Pygmäen“, berichtete Delius.
„Seit mehr als sechs Monaten sind zwei Drittel der Schulen in der Zentralafrikanischen Republik geschlossen“, erklärte die GfbV. Rund 2,5 Millionen der 4,6 Millionen Einwohner seien auf humanitäre Hilfe angewiesen, 600.000 Menschen im Land auf der Flucht, 360.000 hätten in den Nachbarländern Zuflucht gesucht. Die Vertreibung von rund 90.000 Muslimen, die vor allem als Händler arbeiteten, lasse die Wirtschaft zusammenbrechen.
Quelle: www.gfbv.de




