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GfbV: Europa tut zu wenig für eritreische Flüchtlinge





gfbv logo deuGöttingen. – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert von der Europäischen Union mehr Initiativen zum Schutz der Menschenrechte in Eritrea. Die Menschenrechtslage in dem ostafrikanischen Land führe zu Massenflucht, erklärte die Organisation am Dienstag in Göttingen.

„Jede Woche kommen mehrere Dutzend eritreische Flüchtlinge bei dem Versuch zu Tode, über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen“, berichtete Afrikareferent Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Besonders Besorgnis erregend sei die hohe Zahl von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen, die sich auf die gefährliche Flucht begeben.

In einem am vergangenen Wochenende bekannt gewordenen Pastoralbrief beklagen vier katholische Bischöfe aus Eritrea die Massenflucht und die katastrophalen Zustände in ihrem Land. „Den Massenexodus öffentlich anzusprechen und die Missstände unverblümt zu kritisieren, war ein mutiger Schritt in diesem diktatorisch geführten ostafrikanischen Land“, sagte Delius. Mehr als 300.000 der fünf Millionen Einwohner Eritreas seien bereits geflohen. Die Bischöfe beklagen die Unterdrückung der Religions- und Meinungsfreiheit, die unbegrenzte Wehrpflicht, Zwangsrekrutierungen und Folter in Polizeigewahrsam.

Nach Angaben des Hohen Kommissars für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR) fliehen zurzeit jeden Monat durchschnittlich 1.960 Eritreer nach Äthiopien. Am vergangenen Wochenende seien erneut mehrere eritreische Flüchtlinge bei einer gescheiterten Bergung im Mittelmeer ertrunken. „Europa beklagt zwar die hohe Zahl der Boatpeople im Mittelmeer, tut aber wenig, um sich in ihren Heimatländern für mehr Respekt der Menschenrechte einzusetzen“, kritisierte Delius.

Rund 2.500 der ca. 10.000 politischen Gefangenen in Eritrea werden laut GfbV aus religiösen Gründen festgehalten. Darunter seien vor allem evangelikale Christen, aber auch Pfingstler. Zeugen Jehovas und Muslime seien auch unter den politischen Gefangenen. Die verschiedenen Religionsgruppen kritisierten die Einmischung des Staates in ihre religiösen Angelegenheiten und wurden dafür verhaftet.

Quelle: www.gfbv.de

 


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