
Bei der 3. Revisionskonferenz des Minenverbotsvertrags von Ottawa geht es um die erreichten weltweiten Erfolge und Herausforderungen (Entminung, Zerstörung von Lagerbeständen, Opferhilfe etc.) und die Erstellung eines Fünfjahresplans, zu dem sich alle Vertragsstaaten verpflichten müssen. Ein weiteres Ziel der Teilnehmer der Konferenz ist es, Nicht-Vertragsstaaten, allen voran Schwergewichte wie Russland, die USA oder China zu einer Unterzeichnung des Vertrags zu bewegen. Die Wahl Maputos als Austragungsort dieser dritten Revisionskonferenz hat Handicap International zufolge hohen symbolischen Charakter, da die Regierung Mosambiks die Möglichkeit haben wird, das Land bis zum Ende des Jahres für minenfrei zu erklären.
Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Betroffen von insgesamt 25 Jahren Unabhängigkeits- und Bürgerkrieg, galt Mosambik als eines der vier am stärksten verminten Länder der Welt – gemeinsam mit Angola, Afghanistan und Kambodscha. Landminen und Blindgänger waren verantwortlich für Tausende von Toten und Verletzten seit 1992. Mehr als 2.400 Opfer wurden offiziell festgestellt, die realen Zahlen sind laut Handicap jedoch wesentlich höher, da die Erfassung der Unfallzahlen sehr unvollständig ist. Das US Department of State schätzt, dass die tatsächlichen Zahlen allein von 1992 bis 1998 bei etwa 10.000 bis 30.000 liegen.
Handicap International ist in der Entminung in Mosambik tätig und räumt derzeit, soweit es die Sicherheitslage erlaubt, letzte bekannte Minenfelder in der Provinz Sofala. Die Organisation unterstützt außerdem Minenüberlebende, die ihr Leben lang auf orthopädische und soziale Versorgung angewiesen sind. Hier ist der Bedarf in dem armen Land noch sehr groß. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied der Internationalen Landminenkampagne ICBL wird Handicap International auch bei der Minenkonferenz in Maputo mit mehreren Personen vertreten sein, darunter die deutsche Kampagnensprecherin Eva Maria Fischer.
www.the-monitor.org, www.landmine.de
Quelle: www.handicap-international.de




