Berlin. – Die neue globale Agenda für Entwicklung und Nachhaltigkeit, die die Millennium-Entwicklungsziele nach 2015 ablösen soll, setzt laut VENRO ein breites gesellschaftliches Umdenken voraus. In einem am Donnerstag veröffentlichten Positionspapier fordert der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) gemeinsam mit elf anderen Organisationen, dass Deutschland sich aktiv an diesem Prozess beteiligt.
Die Millennium- Entwicklungsziele (MDG) laufen im Jahr 2015 aus und sollen durch neue globale Entwicklungs-und Nachhaltigkeitsziele (SDG) ersetzt werden. Die MDG hätten, so VENRO, mit ihrem Fokus auf Armutsbekämpfung und menschlicher Entwicklung zwar einiges erreicht. Dennoch blieben sie in vielen Bereichen wie Gerechtigkeit, Friedenssicherung, guter Regierungsführung und Einhaltung der Menschenrechte unzulänglich. Problematisch sei auch, dass das Wirtschaftswachstum trotz begrenzter Ressourcen nicht hinterfragt werde.
„Wenn wir wirklich nachhaltig und zukunftsorientiert wirtschaften wollen, dann können wir nicht so weiter machen, wie bisher. Vor allem dürfen die Ziele nicht nur den globalen Süden in die Pflicht nehmen, sondern explizit auch den globalen Norden. Das heißt, auch in Deutschland muss die neue Agenda umgesetzt werden“, erklärte der Vorsitzende von VENRO, Bernd Bornhorst.
In dem gemeinsamen Positionspapier „Acht Kernpunkte einer neuen globalen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda für die Zeit nach 2015“ wird daher gefordert, dass die Bundesregierung klare nationale Ziele für die Post-2015-Agenda formulieren soll, insbesondere ein Bekenntnis zu nachhaltigem Wirtschaften und zum Klima- und Umweltschutz.
Anlass der Veröffentlichung des Positionspapiers ist das am Donnerstag von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr stattfindende zivilgesellschaftliche Dialogforum „Neue Impulse oder business as usual? – Zivilgesellschaftliche Anforderungen und Erwartungen an eine neue globale Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda für die Zeit nach 2015.“
Das Papier wird von VENRO und den folgenden Verbänden und Netzwerken mitgetragen: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, BUND, CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, Deutscher Naturschutzring, Forum Menschenrechte, Forum Umwelt und Entwicklung, Grüne Liga, NABU, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Transparency International und WWF Deutschland.
Hintergrund: epo.de trifft die Sondergesandte von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon für „Post-2015 Development Planning“
Quelle: venro.de




