Rio de Janeiro. – Trotz aller Fußball-Euphorie in Brasilien nach dem knappen Sieg gegen Chile gehen die Proteste gegen die Geldverschwendung durch den Welt-Fußballverband (FIFA) und die brasilianische Regierung weiter. Selbst der Christopher Street Day stand im Zeichen der FIFA-Proteste, berichtete epo.de Mitarbeiterin Lea Gölnitz am Mittwoch aus Rio. Anlässlich der Spiele im Maracana-Stadion werden Protestmärsche zum Stadion und auf der Fanmeile organisiert. „Die Proteste sind aber eher klein und einige werden auch kurzfristig abgesagt“, mailte Lea an die Redaktion.
In einigen Vierteln in Rio de Janeiro sind ganze Straßenzüge in gelb-grün eingedeckt und Wände bemalt. Die Meinungen zur WM und dem Weiterkommen Brasiliens gehen auseinander. Einige Demonstranten denken, dass die Protestbewegung wieder Aufwind bekommen würde, wenn Brasilien ausscheidet. Die Massen würden dann nicht mehr mit dem Team mitfiebern und wieder protestieren. Der Sieg Brasiliens beim Confed Cup 2013 hatte damals jedoch keinen negativen Einfluss auf die Teilnahme an Protesten.
Lea bloggt nicht nur über die Fußball-Weltmeisterschaft aus Rio, sie arbeitet auch für die Berliner NGO „Discover Football„, die für Gleichberechtigung, Emanzipation und Frauenrechte eintritt und dabei Fußball gezielt als Empowerment-Strategie einsetzt. „Über den Fußball ermöglichen wir besondere Begegnungen, zeigen starke Frauen, vernetzen Frauenfußballteams und entwickeln Gender-Kapazität im Sport“, heißt es in der Selbstdarstellung der NGO. „Fußball ist dabei für uns das Bindeglied, die gemeinsame Leidenschaft, aber auch Mittel und Symbol. Mit Fußball schaffen wir es, Frauen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen und Lebenserfahrungen zusammenzubringen und sich trotzdem auf Augenhöhe zu begegnen. Fußball ist Begegnung, weltweit.“