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Gaza-Konflikt: Forderungen nach Waffenruhe werden lauter





icrcGaza. – Der UN-Sicherheitsrat hat Israelis und Palästinenser am Montag in New York einstimmig zu einer bedingungslosen Feuerpause aufgefordert. Die Bereitschaft dazu war bisher gering. In der überraschend vereinbarten Feuerpause am Wochenende war es möglich, für kurze Zeit humanitäre Hilfe zu leisten. Der Waffenstillstand wurde Medienberichten zufolge allerdings von der Hamas gebrochen; später hob Israel die einseitige Waffenruhe wieder auf.

Nach Angaben des Internationalen Komittees des Roten Kreuzes (IKRK), riskieren humanitäre Helfer immer wieder ihre eigene Sicherheit bei dem Versuch, alle hilfsbedürftigen Menschen zu erreichen. Ein Freiwilliger des palästinensischen Roten Halbmonds sei getötet worden, als er versuchte, verletzte Menschen in Khuzaa, südlich von Gaza-Stadt zu behandeln. Auf weitere Sanitäter, die versuchten ihn zu retten, sei gezielt geschossen worden, so dass es unmöglich gewesen sei, ihn rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen. Ein weiterer Freiwilliger sei am 25. Juli getötet und in Beit Hanoun drei weitere verletzt worden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verurteilt diese Angriffe gegen humanitäre Helfer, Krankenwagen, und Krankenhäuser aufs schärfste. „Das sind ernste Verstöße gegen das Kriegsrecht“, so das Rote Kreuz.

Die anhaltenden Feindseligkeiten haben bisher viele Opfer gefordert und materielle Schäden verursacht, einschließlich der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur. Laut den Gesundheitsbehörden in Gaza wurden bisher mehr als 1.000 Menschen getötet und 5.430 weitere verletzt. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) wurden bisher 218 Kinder und Jugendliche getötet, zwei Drittel von ihnen waren jünger als zwölf Jahre.

Das Rote Kreuz berichtete, sämtliche Bewohner des Gazastreifens seien betroffen: einige hätten ihre Häuser verloren, einige seien in den Kampfzonen gefangen, aber alle lebten in der Schusslinie und fürchteten um ihre eigene Sicherheit und die ihrer Angehörigen. Tausende Gebäude seien zerstört oder beschädigt worden, was mehr als 100.000 Menschen gezwungen habe zu fliehen. Viele von ihnen wohnten in Lagern, Schulen, Kirchen oder bei Verwandten. Auch dort könne sich niemand sicher fühlen. Die Kosten für diesen Konflikt würden überwiegend von Zivilisten getragen.

In Israel hätten Tausende von Raketen zu drei Menschen getötet, 77 verletzt und zivile Objekte im ganzen Land beschädigt. Auch dort lebten die Menschen in Angst und Dauerstress, begleitet vom Heulen der Sirenen bei Raketenalarm.

Das IKRK steht weiterhin im Dialog mit den Konfliktparteien und erinnerte sie an ihre Verpflichtungen nach humanitärem Völkerrecht – insbesondere an die Notwendigkeit, alles zu tun um die Zivilbevölkerung und zivile Infrastruktur zu schonen. Humanitäre Hilfe entlaste nur kurzfristig von dem durch Gewalt verursachten Leid, aber könne das Leiden nicht verhindern. Letztlich könne dies nur durch wirksame Maßnahmen auf politischer Ebene erreicht werden.

Quelle: icrc.org


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