Start / Krisen / ⚔️ Kriege & Konflikte / Nordirak: Drohendes Massaker an Yeziden

Nordirak: Drohendes Massaker an Yeziden

civaka azadFrankfurt. – Die Angriffe auf Sengal (Sindschar) durch die extremistische islamische Gruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) dauern seit Tagen an. Am Montag wurde gemeldet, dass die Peshmerga-Milizen aus dem Süden des von Kurden kontrollierten Teils des Irak sich aus der Region zurückzögen und die Bevölkerung sich selbst überließen. Einheiten der ISIS rückten unterdessen immer weiter in Richtung Sengal vor. In vielen Dörfern sollen bereits die Fahnen des „Islamischen Staats“ gehisst worden sein, berichtete die Organisation Civaka Azad – Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. am Montag in Frankfurt. 

Die Bevölkerung von Sengal gehört der kurdischen Religionsgemeinschaft der Yeziden an. Sollte die Stadt durch ISIS eingenommen werden, würde das für die dort lebenden Menschen die Gefahr eines Massakers mit sich bringen, warnte Civaka Azad. Tausende Menschen aus Sengal befänden sich auf der Flucht. Die Kurdenorganisation verwies auf widersprüchliche Meldungen: Einigen Berichten zu Folge hätten sich die Peshmerga-Milizen nur vorübergehend aus Sengal zurückgezogen, um auf Unterstützung zu warten. Nach anderen Meldungen sei der Rückzug dauerhaft. Schließlich werde gemeldet, dass sich eine größere Einheit von so genannten Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Richtung Sengal in Bewegung gesetzt habe, um den Kampf gegen ISIS aufzunehmen.

Die Bevölkerung von Sengal habe die Verantwortlichen mehrfach dazu aufgerufen, die Sicherheitsvorkehrungen für die Stadt zu verstärken, da die dort lebenden Yeziden erklärtes Ziel der Islamisten seien. Die Stadt Sengal gilt als heilige Stätte für die Glaubensgemeinschaft der Yeziden.

Nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bereitet die extremistische islamische Gruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) offenbar eine groß angelegte Offensive im Nordosten Syriens vor. „Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die Islamisten die multi-ethnische und multireligiöse Stadt al-Hasaka unter ihre Kontrolle bringen wollen“, warnte der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido bereits am Freitag in Göttingen. „Die Armee des syrischen Regimes wird die Zivilisten in der Stadt weder verteidigen wollen noch können.“ Die Menschen erwarte das gleiche Schicksal wie im nordirakischen Mossul, aus dem nun alle Christen, Yeziden, Schiiten sowie viele sunnitische Kurden und Araber vertrieben worden seien. Die meisten Flüchtlinge suchten in dem benachbarten, von Kurden kontrollierten Teil des Iraks Schutz.

Quelle: civaka-azad.orggfbv.de

Login

Neue Jobs bei epojobs.eu

Bannerwerbung

GNE Banner

Newsletter abonnieren!

Subscription Form

Events

Anstehende Events

Tags

Afrika Armut Bildung BMZ Brasilien CO2 Coronavirus Deutschland Entwicklungsfinanzierung Entwicklungshilfe Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit Ernährung Europäische Union EZ Fairer Handel Flüchtlinge Gesundheit Humanitäre Hilfe Hunger Jemen Katastrophen Kinder Klimagipfel Klimakrise Klimaschutz Kolumbien Konflikte Kriege und Konflikte Landwirtschaft Medien Menschenrechte Migration Nachhaltigkeit News Nothilfe Oxfam Pressefreiheit Sudan Syrien Umwelt UNO USA Wahlen Weltwirtschaft