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Internationaler Tag der indigenen Völker

unoWeltweit gibt es etwa 350 Millionen Ureinwohner, deren rund 5.000 Ethnien als indigene Völker bezeichnet werden. Sie leben in etwa 70 Staaten auf allen Kontinenten. Die Konvention ILO 169 der UN-Arbeitsorganisation soll ihre Rechte ebenso absichern wie die im Jahr 2007 von der UN-Vollversammlung verabschiedete Erklärung der Menschenrechte indigener Völker. Doch sie werden von vielen Regierungen nicht beachtet oder von einflussreichen Wirtschaftsunternehmen ignoriert. Der internationale Tag der indigenen Völker wurde im Dezember 1994 von der UN-Vollversammlung  ausgerufen.

Weltweit müssen indigene Völker einen hohen Preis für den unersättlichen Energiehunger in den Industrienationen zahlen. Darauf macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen anlässlich des Tages der indigenen Völker am 9. August aufmerksam. „Damit bei uns das Licht nicht ausgeht, wird das Land der Ureinwohner im kanadischen Saskatchewan oder in Australien durch den Uranabbau radioaktiv verseucht, verschwindet das Land der Wayúu-Indianer in Kolumbien oder der Schoren in Sibirien in riesigen Tagebauminen der Steinkohleindustrie“, beklagt die GfbV in einer Pressmitteilung. Ob Ölförderung in Nigeria, Sibirien oder Ecuador, ob Staudämme für Wasserkraft in Brasilien, Kanada oder Skandinavien – überall wird die Lebensgrundlage indigener Völker für den Energiebedarf von Wirtschaftsunternehmen und Privathaushalten zerstört.

„Auch Deutschland trägt dafür Verantwortung, denn hierzulande wird verstärkt auf Kohlekraftwerke gesetzt, die mit importierter Steinkohle befeuert werden“, kritisierte die GfbV-Referentin für indigene Völker, Yvonne Bangert. „Deshalb fordert unsere Menschenrechtsorganisation von der Bundesregierung einen Fahrplan für den Ausstieg aus der Kohleenergie, einen verbindlichen Rechtsrahmen für Kohleimporte und die Aufdeckung der Lieferketten. Nur so können die geschädigten indigenen Völker ihre Rechte gegenüber den Kohleimporteuren geltend machen.“

Das Kinderhilfswerk Plan stellte anlässlich des Tages der indigenen Völker eine neue Studie vor aus der hervorgeht, dass mehr als 45 Prozent der Kinder unter fünf Jahren aus indigenen Familien in Kolumbien akut oder chronisch unterernährt sind. Dem Bericht zu Folge ist die Ursache für die teilweise dramatische Ernährungssituation von Kindern und Familien Krieg und Flucht. Seit rund 40 Jahren schwelen bewaffnete Konflikte in dem südamerikanischen Land, viele Menschen wurden innerhalb Kolumbiens vertrieben und fassen in ihrer neuen Umgebung nur schwer Fuß. Viele Kinder mussten die Schule oder ihre Berufsausbildung abbrechen. Ihre Eltern registrieren sich oft nicht am neuen Wohnort, fallen aus sämtlichen sozialen Hilfsleistungen, werden arbeitslos. Neben einer gesundheitlichen Fürsorge mangelt es ihren Kindern oft an ausreichender Ernährung.  
 
Auch die Bewegung für die Rechte indigener Völker Survival International erinnert am Samstag an die Situation indigener Völker, die in der Vergangenheit oft Opfer von Genozid wurden, gleichzeitig warnt die Organisation vor dem möglicherweise drohenden Völkermord an einer Gruppe zuvor unkontaktierter Indigene, die Anfang des Monats von Gewalt berichteten.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: „Industrialisierte Gesellschaften unterwerfen indigene Völker genozidaler Gewalt, Sklaverei und Rassismus, um ihr Land, ihre Ressourcen und ihre Arbeitskraft im Namen der ‚Zivilisation‘ oder des ‚Fortschritts‘ zu rauben. Seit dem Zeitalter der „Entdeckungen“ waren indigene Völker die unschuldigen Opfer einer aggressiven Kolonialisierung ihres Landes. Indem sie als rückständig und primitiv dargestellt werden, haben die Eindringlinge eine systematische und grausame Auslöschung gerechtfertigt, die auch heute weitergeht. Es ist Zeit, dass dieser Genozid aufhört.“

Erklärung der Menschrechte indigener Völker

Quellen: gfbv.de | plan-deutschland.de | survivalinternational.de

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