Köln. – Das Food First Informations- & Aktions-Netzwerk (FIA) hat am Montag an die gewaltsame Vertreibung von rund 400 Kleinbauernfamilien in Uganda im August 2001 erinnert. Vor 13 Jahren habe die ugandische Armee im Bezirk Mubende vier Dörfer zerstört, um das Land für die Kaweri Kaffeeplantage der Neumann Kaffee Gruppe frei zu machen. Bis heute kämpften die betroffenen Familien für ihre Entschädigung, kritisiert FIAN.
Die ugandische Armee vertrieb FIAN zufolge mehr als 2.000 Menschen. Die Familien fordern noch immer ihre Rechte ein. Im August 2002 hatten sie die ugandische Regierung und die Plantagenbesitzer verklagt. Das Gerichtsverfahren sei nach allen Regeln der Kunst verschleppt worden, so FIAN. Nach elf Jahren sprach das zuständige Gericht am 28. März 2013 das erste Urteil – zugunsten der Vertriebenen.
Kaweri wurde zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von elf Millionen Euro verurteilt. Aber das Unternehmen legte dagegen Berufung ein. Im Berufungsverfahren habe noch keine Verhandlung stattgefunden, berichtete FIAN. Die zwischenzeitlich verschwundene Gerichtsakte sei wieder aufgetaucht, nachdem der zuständige Richter dem ugandischen Gerichtswesen öffentlich mafiöse Strukturen vorgeworfen hatte. „Das Gerichtsverfahren ist durch Gericht, Staatsanwaltschaft und Unternehmen über Jahre verschleppt worden“, beschwerte sich FIAN. „Dadurch wird das Leid der Vertriebenen unnötig verlängert.“
Die Kaweri Kaffeeplantage hat das rund 2.500 Hektar große Grundstück 2001 von der ugandischen Investitionsbehörde für 109.900 US-Dollar auf 99 Jahre gepachtet und produziert dort Robusta-Kaffee. FIAN unterstützt die Kleinbauern in Uganda im Kampf um Entschädigungen für ihre Vertreibung von der Kaweri Kaffeeplantage. Die Neumann Kaffee Gruppe, der die Plantage gehört, bestreitet die Vorwürfe und spricht von „ungerechtfertigten Anschuldigungen„. Die Umsiedlung von Kleinbauern sei vor der Übernahme der Pacht des Farmlandes geschehen und werde falsch dargestellt.
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