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Ukraine-Krise: US-Politikwissenschaftler redet Klartext über Konfliktursachen

John J. Mearsheimer, Politikwissenschaftler an der University of Chicago, hat in einem Beitrag für das IPG-Journal der Friedrich-Ebert-Stiftung (Putin reagiert – Internationale Politik und Gesellschaft – IPG) die Ursachen des Konfliktes in der Ukraine benannt: „Die Hauptschuld an der Krise tragen die USA und ihre europäischen Verbündeten. An der Wurzel des Konflikts liegt die NATO-Osterweiterung, Kernpunkt einer umfassenden Strategie, die Ukraine aus der russischen Einflusssphäre zu holen und in den Westen einzubinden. Dazu kamen die EU-Osterweiterung und die Unterstützung der Demokratiebewegung in der Ukraine durch den Westen, beginnend mit der Orangenen Revolution 2004.“ Putins Reaktion sei keineswegs überraschen gekommen, so Mearsheimer weiter. Der Westen habe schließlich die „srategischen Kerninteressen“ bedroht und Putin habe immer klargemacht, dass Russland „einer Umwandlung ihres strategisch wichtigen Nachbarn in eine Bastion des Westens nicht untätig zusehen“ werde. „Der Versuch US-amerikanischer und europäischer Politiker, die Ukraine in einen Stützpunkt des Westens direkt an der russischen Grenze zu verwandeln, ist gründlich misslungen. Nun, da die Konsequenzen unübersehbar sind, wäre es ein noch größerer Fehler, diese verhunzte Politik fortzusetzen“, mahnt Mearsheimer.

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