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Hähnchen-Dumping der EU raubt 100.000 Afrikanern die Lebensgrundlage

attacFrankfurt/Main (epo). – Mit einer Veranstaltungstour und einer Postkartenaktion informiert das globalisierungskritische Netzwerk Attac im Vorfeld der WTO-Ministerkonferenz über die Probleme des internationalen Agrarhandels. Auf einer Reise durch zehn deutsche Städte berichtet die Bürgerrechtlerin Tilder Kumichii von der Nichtregierungsorganiastion ACDIC aus Kamerun über den Kampf gegen europäische Hähnchenimporte zu Dumpingpreisen.

Weil Geflügelreste, die aufgrund der Ansprüche europäischer Konsumenten hier nicht verwertet werden können, tiefgekühlt nach Afrika verschifft würden, hätten dort mehr als 100.000 Menschen ihre Lebensgrundlage verloren – Bäuerinnen und Bauern ebenso wie Händler und Futterproduzenten. Kumichii: „Durch das billige Importfleisch sind die lokalen Märkte zusammengebrochen. Zudem erkrankten viele Menschen an einer Salmonellenvergiftung, weil die Kühlkette nicht funktioniert.“

Das Beispiel zeige, dass die von der WTO vorangetriebene Liberalisierung des Agrarhandels und der damit verbundene Wettbewerb um immer billigere Lebensmittel viele Problem birgt, sagte Thorsten Arnold vom Attac-Agrarnetz. Darum dürfe es keinen Zwang zu Liberalisierung geben: „Länder müssen das Recht haben, ihre lokalen Märkte zu schützen.“ Eine funktionierende kleinbäuerliche Landwirtschaft sei der Schlüssel zu Armutsbekämpfung, denn drei Viertel aller Menschen, die Hunger leiden, leben auf dem Land.

Arnold: „Die gleichen Menschen, die sich mit Mikrokrediten der EU eine Existenz aufgebaut haben, werden jetzt durch die Dumping-Exporte aus der EU in den Ruin getrieben.“ Bis zur WTO-Konferenz, die im Dezember in Hongkong stattfindet, sammelt Attac nun Postkarten, auf denen Menschen gegen den Zwang zur Agrarliberalisierung protestieren können.

Mitveranstalter der Veranstaltungstour sind die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die darstellt, wie auch in Deutschland eine soziale und umweltgerechte Landwirtschaft durch die Liberalisierung und die damit verbundene Stärkung der großindustriellen Agrarproduktion verdrängt wird, sowie der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), der mit einem Projekt die Verantwortlichkeiten für solche destruktiven Fleischexporte aus der EU offenlegen will, um sie zukünftig zu verhindern. Die Podiumsdiskussionen sollen die Problematik des internationalen Agrarhandels veranschaulichen und zur Diskussion über Alternativen wie das Konzept der Ernährungssouveränität anregen.

Öffentliche Termine der Veranstaltungstour von Attac, AbL und EED:

  • 11.10. Hamburg
  • 12.10. Kiel
  • 13.10. Oldenburg
  • 15.10. Berlin
  • 17.10. Stuttgart-Hohenheim
  • 18.10. Mannheim
  • 19.10. Düsseldorf
  • 21.10. Köln

Weitere Informationen und Details zu Orten und Terminen
Attac Deutschland

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