
„Überwunden ist das Virus noch nicht“, erklärte Gisela Schneider, Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm), am Dienstag in Tübingen. „Aber es ist ein Atemholen und eine große Erleichterung, auch für die Mitarbeitenden im Gesundheitsbereich der drei am stärksten von Ebola betroffenen Länder.“
An dem Ebola-Virus erkrankten seit dem Frühjahr 2014 rund 28.000 Menschen. Etwa 11.300 Personen starben an der Erkrankung. Als Ebola-frei gilt ein Land jedoch erst, wenn es sechs Wochen lang keine Neuinfektion gab. Zuletzt meldeten die Behörden nur noch aus Guinea einzelne Neuansteckungen. „Sollte sich nun auch dort die positive Entwicklung bestätigen, können wir die Seuche für überwunden erklären“, so das Difäm.
„Die Menschen in Westafrika haben eine große Last getragen, viel gelitten, aber durchgehalten, nicht nur Wochen, sondern über eineinhalb Jahre hinweg“, sagt die Medizinerin Gisela Schneider. „Nun geht es darum, die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen der Epidemie aufzuarbeiten.“ In Sierra Leone und Liberia unterstützt das Difäm die christlichen Gesundheitsnetzwerke dabei, die maroden Gesundheitssysteme in den Ländern wieder aufzubauen. Erste Ansätze seien bereits gemacht, davon überzeugte sich Gisela Schneider bei ihrem letzten Besuch in Sierra Leone vom 30. Oktober bis 5. November. „Damit der Aufbau der Gesundheitsversorgung nachhaltig gelingt, müssen nun staatliche und nicht-staatliche Systeme besser vernetzt werden und als Partner zusammenarbeiten. Gerade jetzt muss die Arbeit weitergehen. Wir dürfen diese Länder jetzt nicht vergessen.“
Damit die Bemühungen vor allem die betroffenen Bevölkerungsschichten erreichen, auch in die ländlichen Regionen gelangen und Probleme an der Wurzel identifizieren, wird das Difäm im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) der Bundesrepublik Deutschland sogenannte Open Space-Konferenzen planen und moderieren. Mit diesen Konferenzen sollen die Menschen und zivilgesellschaftliche Organisationen und Netzwerke in Sierra Leone, Liberia und Guinea am Aufbau ihrer Gesundheitssysteme beteiligt und in die Planungen und Umsetzungen einbezogen werden. „Wir wollen damit einen Raum schaffen, um die tatsächlichen Probleme vor Ort besser ins Auge zu fassen, um dann angemessene Programme aufbauen zu können“, sagt Gisela Schneider. „Wir wollen hier eine grundsätzliche Verbesserung sehen und nachhaltig zu einer guten Gesundheitsversorgung beitragen.“
Quelle: www.difaem.de




