
In allen betroffenen Gebieten haben die staatlichen Institutionen und die Bevölkerung gemeinsam die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten begonnen. Bereits am Samstag hatten die russische Regierung sowie die Präsidenten von Venezuela, Ecuador, Nicaragua, El Salvador und weiterer lateinamerikanischer Länder ihre Solidarität mit Kuba bekundet und humanitäre Hilfe zugesagt.
Staatschef Raúl Castro richtete indes einen Aufruf an „unser kämpferische Volk“. Die Aufgabe sei immens, „aber mit einem Volk wie dem unseren werden wir die wichtigste Schlacht gewinnen: den Wiederaufbau“, heißt es darin. „Mit Organisation, Disziplin und der Integration aller unserer Strukturen werden wir vorankommen, wie wir es auch früher getan haben.“ Der Gewerkschaftsdachverband Kubas und der Nationalverband der Kleinbauern müssten mit den anderen Massenorganisationen ihre Bemühungen verdoppeln, um so rasch wie möglich die Auswirkungen dieses zerstörerischen Ereignisses zu beheben. „Ein Prinzip bleibt unverändert: Die Revolution wird niemanden im Stich lassen und es werden bereits Maßnahmen ergriffen, damit keine kubanische Familie ihrem Schicksal überlassen bleibt“, so Castro.
Kurz vor seinem ersten Auftreffen auf Land bei Cayo Romano an der zentralkubanischen Nordküste in der Nacht zum Samstag, war „Irma“ wieder auf einen Kategorie-5-Sturm, hochgestuft worden, das entspricht der höchsten Stufe der maßgeblichen Saffir-Simpson-Skala. Von Havanna bis Camagüey richtete er immense Schäden an, vor allem die Provinzen Matanzas und Santa Clara wurden schwer getroffen. Anders als in ersten Prognosen erwartet, hielt sich Irma deutlich näher entlang der kubanischen Nordküste auf und hat sich langsamer als prognostiziert über die Insel bewegt. Bis zu sieben Meter hohe Wellen sorgten vielerorts für Überflutungen. Die Hotels auf Cayo Coco und Cayo Guillermo sowie den anderen Inseln im Norden wurden größtenteils zerstört, ebenso der internationale Flughafen Jardines del Rey auf Cayo Coco. Insgesamt wurden mehr als zwei Millionen Menschen im Vorfeld des Sturms evakuiert.
Quelle: amerika21.de




