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DR Kongo: Alarmierende Meldungen über Gräueltaten und Massenvertreibungen

uno fluechtlingshilfeBonn. – Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat vor einer drohenden humanitären Katastrophe immensen Ausmaßes im Südosten der Demokratischen Republik (DR) Kongo gewarnt. Demnach versinke vor allem die Provinz Tanganyika in einem Strudel von Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Vertreibung.

Die Gewalt breitet sich immer weiter in Tanganyika aus, in einem Gebiet, das dreimal so groß wie die Schweiz ist und wo drei Millionen Menschen wohnen. Bislang wurden dort 630.000 Menschen vertrieben. „Damit hat sich die Zahl der Flüchtlinge in Tanganyika gegenüber Ende 2016 fast verdoppelt“, so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer. 

Im letzten Jahr erhielt das UNHCR für seine Hilfsoperationen für Vertriebene in der DR Kongo nur weniger als einen US-Dollar (0,81 Euro) pro Person. „Diese dramatische Unterfinanzierung hat zur Folge, dass viele Vertriebene in Tanganyika nicht versorgt werden können. Weil über diese Krise kaum berichtet wird, müssen wir immer wieder darauf hinweisen“, so Ruhenstroth-Bauer.

Mehrere Regionen von Tanganyika sind von den Gewaltexzessen betroffen, die vor allem auf ethnische Konflikte zurückzuführen sind. Seit Ende Januar bekämpfen sich außerdem wieder Regierungstruppen und Milizen. Flüchtlinge, die in der Provinzhauptstadt Kalemie Zuflucht suchten, berichteten von Überfällen auf ihre Dörfer, bei denen viele Menschen getötet, entführt oder vergewaltigt wurden.

Allein in den ersten beiden Februarwochen dokumentierten UNHCR und seine Partner 800 Vorfälle in dieser Region. Die Krise verschärfte sich bereits im letzten Jahr, als UNHCR mehr als 12.000 Berichte von Menschenrechtsverletzungen in Tanganyika und in der benachbarten Provinz Haut Katanga erreichten. Bei 4.700 dieser Fälle handelte es sich um Folter, Mord, willkürliche Verhaftung, Zwangsarbeit, Vergewaltigung und Zwangsheirat.

Insgesamt leben etwa 4,5 Millionen Binnenvertriebene in der DR Kongo, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind.

Quelle: www.uno-fluechtlingshilfe.de 

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