
„Durchfallerkrankungen wie die Cholera sind für kleine Kinder potenziell tödlich, vor allem, wenn die Kinder gleichzeitig auch mangelernährt sind“, sagte Jan Sebastian Friedrich-Rust, Executive Director von Aktion gegen den Hunger. „Millionen Kinder könnten gerettet werden, wenn ihre Mütter Zugang zu sauberem Wasser erhalten.“
In Entwicklungsländern hat fast die Hälfte der Bevölkerung (47 Prozent) keine Möglichkeit, sich mit sauberem Wasser die Hände zu waschen. Am stärksten betroffen ist Afrika. In Äthiopien, Liberia und Lesotho gilt das sogar für mehr als 95 Prozent der Menschen.
Oftmals führen bewaffnete Auseinandersetzungen und Kriege dazu, dass Wasserinfrastruktur zerstört wird. Im Jemen hatten vor Ausbruch des Konflikts 40 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser. Inzwischen sind es geschätzt 70 Prozent. Klärwerke und Leitungen wurden zerstört, elektrische Pumpen funktionieren oft nicht mehr, weil dafür der Treibstoff fehlt.
Aktion gegen den Hunger befürchtet, dass das Nachhaltigkeitsziel Nummer sechs der Vereinten Nationen – sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen für alle bis 2030 – in vielen Ländern nicht mehr zu erreichen ist. „Wir fordern dringend höhere Investitionen in die Wasserinfrastruktur“, so Friedrich-Rust. „Gleichzeitig müssen die Regierungen der betroffenen Staaten das Thema zur Chefsache machen und entsprechende nationale Regelungen und Gesetze erlassen.“
Im Jahr 2016 hat Aktion gegen den Hunger nach eigenen Angaben 5,8 Millionen Menschen im Bereich Wasser und Hygiene versorgt. Dazu gehören die Ausgabe von Trinkwasser und Hygiene-Sets, der Bau von Latrinen, Brunnen und Leitungssystemen und deren Instandhaltung, sowie Hygieneschulungen für die Bevölkerung.
Quelle: www.aktiongegendenhunger.de




