
Globale Nachhaltigkeit, so der Tenor der Beiträge, könne nur in und mit Städten und ihren Bewohnern erzielt werden. Politisch, finanziell und technologisch sei dies möglich, so die gute Nachricht, es mangele lediglich daran, Lösungen konkret umzusetzen. Messner warb für einen entschlossenen sozial-ökologischen Wandel, ohne den die Herausforderung der immer massiveren globalen Urbanisierung nicht zu bewältigen sei. Bei den notwendigen Konzepten gebe es noch großen Nachholbedarf. So sei das Thema Digitalisierung in den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen nur in einem Unterkapitel erwähnt und müsse viel stärker in konkrete Handlungsrahmen einbezogen werden.
Der indische Theologe Felix Wilfred, Präsident von Concilium, betonte, Glaube und Theologie könnten der Stadt ein humaneres Gesicht geben und zum „Katalysator für sozialen Zusammenhalt, Gemeinschaft, Gerechtigkeit und Gleichheit“ werden. Trotz fortschreitender Säkularisierung habe Religion für eine große Mehrheit der Weltbevölkerung eine so hohe Bedeutung, dass ihr bei der künftigen Gestaltung städtischer Gesellschaften eine herausragende Rolle zukomme.
„Die Armen müssen bei allen Planungen urbaner Strukturen in den Fokus“, forderte Wilfred darüber hinaus. Investitionen in Städten sollten den ärmsten 40 Prozent und nicht den reichsten fünf Prozent der Bevölkerung zugute kommen, verlangten auch andere Redner. Soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz würden immer noch zu stark getrennt, kritisierte die Würzburger Sozialethikerin Michelle Becka ganz im Sinne der Enzyklika „Laudatio Si“ von Papst Franziskus.
Die irische Wirtschaftsprofessorin Linda Hogan erklärte, eine der großen Zukunfts-Herausforderungen bestehe darin, in Städten einerseits Pluralismus, andererseits auch sozialen Zusammenhalt sicherzustellen. Messner ergänzte: „Wir brauchen eine normative und kulturelle Veränderung, damit die Transformation von Städten gelingen kann“. Gleichzeitig sei eine deutlich vertiefte Kooperation aller Nationen unabdingbar. Und ganz ohne Veränderungen gängiger Lebensstile werde es nicht gehen.
Pirmin Spiegel ist überzeugt, dass die Handlungsansätze MISEREORs in Städten wichtig sind: „Wir müssen den sozial-ökologischen Wandel aus der Perspektive des globalen Südens angehen. Die Entwicklung unserer Städte kann nicht zukunftsgerecht geschehen, wenn 80 Prozent der Betroffenen bei den Planungen gar nicht mit am Tisch sitzen. Die Alternativen für eine nachhaltige und gerechte Zukunftsgestaltung liegen auf dem Tisch. Wir müssen sie jetzt umsetzen.“
Quelle: www.misereor.de



