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Flüchtlingspolitik: „Ankerzentren sind kein Ort für Kinder“

savethechildrenBerlin. – Die bayerische Landesregierung setzt mitten im Landtagswahlkampf ein Signal und eröffnet am Mittwoch die ersten sogenannten Ankerzentren in Deutschland. Während andere Bundesländer noch zögern oder schon erklärt haben, nicht mitmachen zu wollen, bleibt Bayern trotz breiter Kritik an den Großunterkünften bei seiner Linie. Die Kinderrechtsorganisation Save the Children erklärte aus Anlass der Umwidmung mehrerer Erstaufnahmeeinrichtungen: „Ankerzentren sind kein Ort für Kinder und Familien.“

Solche großen Sammelunterkünfte böten gerade für die Heranwachsenden keine geschützten und sicheren Räume, betonte Save the Children. Ankerzentren behinderten ein kindgerechtes Aufwachsen und sorgten für Spannungen und Aggressionen. 

„Wir möchten an dieser Stelle daran erinnern: Für Flüchtlingskinder gelten die gleichen Rechte wie für alle Kinder. Flüchtlingskinder haben die gleichen Bedürfnisse wie andere Kinder: Sie brauchen Zugang zu Bildung, sobald sie hier ankommen. Sie brauchen gleichwertigen Zugang zu Gesundheitsleistungen, und sie brauchen Schutz“, sagte Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. „Kinder haben besondere Bedürfnisse, die auch im Asylverfahren ernst genommen werden müssen. Die Weichen, die direkt bei der Ankunft gestellt werden, sind essentiell für ein gelungenes Ankommen. Wir dürfen die Bedürfnisse dieser Kinder nicht ignorieren oder vernachlässigen.“

Save the Children plädiert für die dezentrale Unterbringung gerade von Familien und setzt sich für bundeseinheitliche Standards für Unterkünfte von Geflüchteten ein.

Das Wort „Anker“ steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Bundesagentur für Arbeit, Jugendämter, Justiz- und Ausländerbehörden sollen dort vertreten sein. Kurze Wege sollen Verfahren beschleunigen. Rund 1.000 bis maximal 1.500 geflüchtete Menschen sollen dort zentral untergebracht werden. Die Zahlen variieren je nach Standort. In Bayern sollen Ankerzentren in Donauwörth, Zirndorf, Regensburg, Deggendorf, Schweinfurt, Bamberg und Manching entstehen.

Quelle: www.savethechildren.de 

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