
Insbesondere Vertreter der Zivilgesellschaft, die sich für die Belange der Bevölkerung einsetzen, werden zunehmend zur Zielscheibe von Gewalt und Einschüchterung. Das gilt insbesondere dann, wenn ihr Engagement dem Drogenhandel oder dem illegalen Bergbau im Weg steht. „Wer sich in Kolumbien für die Rückgabe von Land oder Alternativen zum Koka-Anbau stark macht, der setzt sein Leben aufs Spiel. Das gefährdet den gesamten Friedensprozess. Das darf der Staat nicht tolerieren“, erklärte Claudio Moser, Referatsleiter Lateinamerika bei Caritas international.
Seit Unterzeichnung des im Dezember 2016 geschlossenen Friedensvertrages sind laut Indepaz (Instituto de Estudios para el Desarrollo y la Paz) bis heute 295 Menschrechtsaktivisten und andere Vertreter der Zivilgesellschaft umgebracht worden. Unter den Opfern waren auch Caritas-Mitarbeiter und andere Vertreter der katholischen Kirche. Der kolumbianische Staat zeigt sich laut Caritas international nicht in der Lage, den Frieden in den Regionen zu sichern, wo nach der Niederlegung der Waffen durch die FARC inzwischen anderen Guerilla-Organisationen oder kriminelle Banden um die Macht kämpfen.
Trotz der Rückschläge betrachtet Caritas international den Friedensvertrag als große Chance für Kolumbien. „Es wäre unverantwortlich, den historischen Moment verstreichen zu lassen. Die katholische Kirche und ihre Caritas unterstützen den Friedensprozess weiterhin mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln“, sagte Lateinamerika-Experte Claudio Moser.
In Kolumbien sind im Bürgerkrieg mehr als 260.000 Menschen ums Leben gekommen, gut sieben Millionen Kolumbianer mussten innerhalb des Landes fliehen. Caritas international unterstützt kolumbianische Gewaltopfer seit 15 Jahren. Schwerpunkte sind die Versorgung von Geflüchteten mit Hilfsgütern, der Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherung ihrer Grundrechte sowie Projekte der Friedensförderung und der Aufbau von Strategien zur Konfliktlösung.
Quelle: www.caritas-international.de




