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Sudan: Paramilitärs beschießen friedliche Demonstranten

gfbvGöttingen. – Milizionäre der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im Sudan haben am Montagabend friedliche Demonstranten in Khartum beschossen. Das hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag berichtet. Mit Tränengas, Schlagstöcken und scharfer Munition hätten die Milizionäre vergeblich versucht, eine besetzte Nil-Brücke zu räumen. Dabei seien sechs Menschen gestorben und mindestens zwölf weitere zumeist durch Schüsse verletzt worden.

Die GfbV verurteilte den Einsatz scharfer Munition in der sudanesischen Hauptstadt: „Die Miliz wird nach zahlreichen Verbrechen für ihre Brutalität gefürchtet. Sie ist noch gefährlicher als die sudanesische Armee“, warnte GfbV-Direktor Ulrich Delius.

Die GfbV befürchtet eine weitere Eskalation durch Übergriffe der Miliz, die in Darfur im Westen des Sudan Völkermordverbrechen begangen habe. „Der stellvertretende Chef des regierenden Militärrates ist als RSF-Kommandeur seit Jahren für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich. Das bedeutet eine schwere Hypothek für den demokratischen Neubeginn im Sudan“, erklärte Delius. „General Mohamed Hamdan, genannt Hemeti, ist ein Verbrecher und Völkermörder. Er gehört in eine Zelle beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und nicht in der Führungsspitze eines demokratischen Sudan.“

Derzeit kontrollieren nach Angaben der GfbV tausende RSF-Milizionäre strategische Verkehrsknotenpunkte Khartums. Während sudanesische Soldaten immer wieder mit den Demonstranten sympathisierten, gingen RSF-Milizionäre mit brutaler Härte gegen sie vor. Armee und RSF misstrauten sich gegenseitig. Es gebe tiefe Gräben zwischen den regulären Streitkräften und den legalisierten Mörderbanden, die der gestürzte Diktator Bashir aufgebaut habe

In sämtlichen Konfliktregionen im Sudan habe die RSF mordend und plündernd eine Spur der Verwüstung hinterlassen, erklärte die GfbV. „Es ist skandalös, dass Staaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate den Militärrat als legitime Regierung des Sudan anerkennen“, sagte Delius.

Am Montagabend hatte es zunächst Meldungen gegeben, die Demonstranten hätten sich mit den Militärs auf die Gründung eines „souveränen Rates“ verständigt, um das Land zu regieren. Doch die Gewalt der RSF drohe alle Bemühungen um Demokratie und Frieden zu vereiteln, so die GfbV.

Quelle: www.gfbv.de 

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