
„Diese Kinder sind häufig vor Konflikten geflohen, haben Familienmitglieder verloren, waren monatelang oder sogar jahrelang unterwegs und haben auf ihrem Weg häufig Schreckliches erlitten, aber ihr Leiden hört nicht an der Grenze auf“, sagte Pascale Moreau, Direktorin des UNHCR- Europabüros. „In ganz Europa werden insbesondere unbegleitete Kinder häufig in großen Zentren mit minimaler Aufsicht untergebracht, wodurch sie weiterem Missbrauch, Gewalt und psychischen Belastungen ausgesetzt werden und das Risiko steigt, dass sie weiterziehen oder verschwinden.“
Griechenland hat in diesem Jahr die meisten Ankünfte im Mittelmeerraum verzeichnet, mehr als Spanien, Italien, Malta und Zypern zusammen. Bisher sind fast 13.000 Kinder auf dem Seeweg nach Griechenland gekommen, darunter fast 2.100 unbegleitete Kinder. Sie stammen aus Afghanistan, Syrien und anderen Ländern, die von Konflikten und Gewalt betroffen sind. Die Bedingungen in den überfüllten Aufnahmezentren auf den griechischen Ägäis-Inseln, in denen diese Kinder untergebracht werden, sind laut UNHCR äußerst besorgniserregend.
Die griechischen Behörden haben Maßnahmen angekündigt, um die Zahl der Menschen in den Zentren zu reduzieren und es gibt positive Entwicklungen, wie die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien. Bis Ende September befanden sich die meisten unbegleiteten Kinder in Griechenland jedoch immer noch in ungeeigneten Unterkünften. Angesichts der extrem riskanten Bedingungen, denen sie ausgesetzt sind, appellierte UNHCR an die europäischen Staaten, als Zeichen der Solidarität Plätze für die Umsiedlung der Kinder zur Verfügung zu stellen und die Verfahren zur Familienzusammenführung zu beschleunigen.
Obwohl es in ganz Europa viele positive Entwicklungen zur Verbesserung des Schutzes von Kindern gegeben hat, weist der Bericht darauf hin, dass mehr getan werden muss, um jene Herausforderungen anzugehen, denen sich Kinder weiterhin gegenübersehen. UNHCR forderte die europäischen Staaten auf, Kinder bei der Einreise nicht zu inhaftieren, ausgebildete Vormünder oder SozialarbeiterInnen zu ernennen und sicherzustellen, dass Flüchtlings- und Migrantenkinder Zugang zu Bildung erhalten. Darüber hinaus brauche es ganzheitliche und multidisziplinäre Methoden, um das Alter eines Kindes festzustellen.
Quelle: www.unhcr.org




