
Beim Sharecropping überlassen die Pächter den Landeigentümern keinen festen Geldbetrag, sondern einen festen Anteil an der Ernte – in der Regel 50 Prozent. „Weil das keine Fixkosten sind, macht dieses System die Bauern robuster gegen Missernten“, erklärte Matthias Kalkuhl, Koordinator der Studie und Leiter der MCC-Arbeitsgruppe Wirtschaftswachstum und menschliche Entwicklung. „Nach unseren Berechnungen kann das die afrikanische Landwirtschaft effizienter machen und damit die Versorgungssicherheit erhöhen. Denn Sharecropper greifen vergleichsweise selten auf Formen des Risikomanagements zurück, die die Erträge tendenziell schmälern.“ Dazu gehören das Unterlassen von Düngung, um die Liquidität zu schonen, sowie eine übermäßige Viehhaltung als Vorsorge für Ernteausfälle.
Um das statistisch zu belegen, hat das Autorenteam eine ungewöhnliche Strukturerhebung aus den Jahren 2002 bis 2005 genutzt: In einem aufwendigen Verfahren wurden damals in elf afrikanischen Ländern insgesamt rund 9.600 typische Bauernhöfe identifiziert und nach ihren Rahmenbedingungen und landwirtschaftlichen Methoden befragt. Dabei bezieht die Studie auch historische Wetter-Daten an den jeweiligen Standorten mit ein.
„Die Vielfalt an unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ist in dieser repräsentativen Auswahl größer als in allen anderen vergleichbaren Studien“, betonte MCC-Forscher Kalkuhl. „Es zeigt sich, dass von den Bauern in Gegenden mit wenig Niederschlag überdurchschnittlich viele das System des Sharecropping nutzen. Der Klimawandel wird die Niederschlagswerte verändern. Deshalb rückt dieses Thema politisch in den Fokus.“
Quelle: www.mcc-berlin.net




