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Krankheitserreger: Artenschützer fordern Importverbot für Wildtiere

pro wildlifeMünchen. – Zwölf Tier- und Artenschutzverbände haben die Bundesregierung in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, Einfuhren von lebenden Wildtieren zu verbieten, um die Ausbreitung ansteckender Krankheiten einzudämmen. Forscher gehen davon aus, dass die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Viruserkrankung Covid-19 auf einem Wildtiermarkt in China ausbrach.

„Die Covid-19-Pandemie zeigt uns drastischer denn je, dass der Handel mit Wildtieren große Gefahren auch für den Menschen birgt. Wissenschaftler warnen schon lange vor den Gefahren, die der Wildtierhandel für den Tier- und Naturschutz und die menschliche Gesundheit birgt. Deshalb müssen mögliche Brandherde für Pandemien und zahlreiche andere Krankheiten angegangen und die Einfuhr von lebenden Wildtieren verboten werden“, erklärte Katharina Lameter von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.

Deutschland ist einer der Hauptabsatzmärkte für Wildtiere aus aller Welt. Die meisten werden als Heimtiere importiert und gelangen über Deutschland in die EU. „Hunderttausende Tiere werden aus der Natur gerissen und landen in Terrarien, Aquarien und Käfigen in Deutschland. Sie kommen auf den langen Transportrouten mit anderen Tieren in Kontakt und können Erreger in sich tragen, die dann auch auf den Menschen überspringen können“, warnte Lameter. Tierschutzwidrige Bedingungen bei Fang, Zwischenlagerung und Transport begünstigten Infektionen und die Verbreitung von Pathogenen zusätzlich.

Die Anzahl neuauftretender Infektionskrankheiten sei stark gestiegen und 75 Prozent dieser Krankheiten hätten einen tierischen Ursprung, berichtete Pro Wildlife. Der erzwungen nahe Kontakt zum Menschen habe bereits in der Vergangenheit zur Übertragung gefährlicher Erreger wie beispielsweise SARS, MERS, Ebola, HIV, Bornaviren, Affenpocken und Vogelgrippe geführt.

Der Handel mit Wildtieren stellt zudem eine ernstzunehmende Bedrohung für viele Arten dar. Der Weltbiodiversitätsrat IPBES benennt die direkte Ausbeutung der Natur als einen der fünf Hauptgründe für das Artensterben. Bereits 2013 einigte sich die Große Koalition auf ein Importverbot für Wildfänge, das jedoch nie umgesetzt wurde.

In der Vergangenheit reagierte die EU mit einem Importverbot für Wildvögel auf die Vogelgrippe H5N1. China handelte nun nach dem Auftreten von SARS-CoV-2 und beschloss eine dauerhafte Beschränkung des Handels mit und des Verzehrs von Wildtieren. „Deutschland und die EU haben es bisher versäumt, den Handel mit Wildtieren zu beschränken. Sie müssen nun dringend nachziehen, um die Menschen vor weiteren Erregern zu schützen“, sagte Lameter.

Quelle: www.prowildlife.de 

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