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Sudan: Angriff auf größte Stadt in Darfur

gfbvGöttingen. – Schwer bewaffnete Einheiten der Rapid Support Forces (RSF) kreisen seit Donnerstag El Fasher ein, die größte Stadt in der sudanesischen Region Darfur. In der Nacht seien aus dem Norden und Osten der Stadt heftige Kämpfe gemeldet worden, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag in Göttingen. Die RSF-Miliz halte die wichtigsten Straßen blockiert, die aus der Stadt herausführen.

Nach Angaben von Quellen vor Ort ist die sudanesische Armee in höchster Alarmbereitschaft und befiehlt Zivilisten, aus den Außenbezirken der Stadt ins Stadtzentrum zu kommen, um sich dort zu verteidigen. „Erst vor wenigen Tagen wurde El Geneina weiter östlich in Darfur eingekreist. Dort haben RSF-Einheiten offenbar hunderte Zivilisten getötet, Häuser zerstört und tausende Menschen vertrieben“, berichtete Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsabteilung der GfbV. „Ein ähnliches Szenario ist nun in El Fasher zu befürchten. Gestern haben RSF Einheiten den einzigen Markt in Nyala, der zweitgrößten Stadt Darfurs, geplündert und niedergebrannt.“ Die RSF verlege Einheiten aus Khartum nach Darfur.

Aus El Geneina berichteten Aktivisten, sie hätten die ersten 500 Leichen identifiziert. Hunderte weitere lägen noch auf den Straßen, in Moscheen und Privathäusern. Seit der vergangenen Woche wird dort über ethnische Säuberungen an den Masalit berichtet, einer großen ethnischen Gruppe in Darfur. Verschiedene Organisationen wie „Act for Sudan“ und auch die Vereinten Nationen warnen vor einem erneuten Völkermord.

Seit dem 15. April bekämpfen sich die RSF und die reguläre Armee des Sudan. Deshalb sei heute mehr als die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen, so die GfbV. Zivilisten seien täglicher Gewalt ausgesetzt, alte Menschen und Kinder verhungerten, seien in Heimen und Krankenhäusern der Gewalt der Bewaffneten ausgeliefert. Mehrere Journalisten seien in den letzten Wochen ermordet worden. Aktivisten der Demokratiebewegung würden gezielt verfolgt und verhaftet.

Laut Angaben der Vereinten Nationen wurden bereits rund 2.000 Menschen getötet, die Dunkelziffer liegt höher. Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht innerhalb und außerhalb des Landes. Während anfangs die Kämpfe auf die Hauptstadt Khartum konzentriert waren, haben sie sich in den letzten Wochen in mindestens sechs Regionen ausgeweitet.

Quelle: www.gfbv.de

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