Gesellschaft für bedrohte Völker, Pressereferat
Göttingen, 12.12.2003. – Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) ist nach Darstellung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mitverantwortlich für die Vertreibung zehntausender Maasai aus ihren angestammten Gebieten im Norden Tansanias. Die ZGF müsse ihre Verantwortung anerkennen und auf Augenhöhe mit den indigenen Maasai sprechen, fordert die GfbV. Weil die ZGF bisher alle Gesprächsangebote abgelehnt habe, veranstaltet die GfbV gemeinsam mit dem Maasai-Anwalt Joseph Oleshangay am Mittwoch eine Mahnwache. Nachfolgend die GfbV-Pressemitteilung.
Dazu laden wir Sie herzlich ein:
Am Freitag, den 15. Dezember 2023,
von 13 Uhr bis 15 Uhr
Alfred-Brehm-Platz, Frankfurt am Main
Um die Ausweitung von Naturschutzgebieten zu erreichen, hat die ZGF in einem Entwurf des Landnutzungsplans für das Ngorongoro-Gebiet vorgeschlagen, die soziale, medizinische und schulische Versorgung der Maasai einzustellen. Das sollte sie dazu bewegen, das Gebiet zu verlassen. Finanzielle Mittel wurden daraufhin zwischenzeitlich abgezogen, die Notfallversorgung aus der Luft faktisch verboten. Die ZGF organisierte zudem Treffen, die die gewalttätige Enteignung der Maasai durch die Regierung im Gebiet Loliondo nachträglich legitimieren sollte. In diesem Gebiet soll luxuriöser Jagd-Tourismus ermöglicht werden.
Details dazu finden sich im GfbV-Report „Die Maasai in Tansania – Vertrieben für den Naturschutz“.
Maasai-Gemeinschaften leisten schon lange aktiv Widerstand gegen ihre Zwangsumsiedlung und Vertreibung. Im Juni 2022 wurden ihre Proteste gewaltsam niedergeschlagen. Es gab zahlreiche willkürliche Verhaftungen. Der Maasai-Anwalt und Menschenrechtsaktivist Joseph Moses Oleshangay konnte die Freilassung vieler Maasai erreichen. Er führte zudem erfolgreiche Klagen vor dem Ostafrikanischen Gerichtshof. Dieser erklärte die Vertreibungen für illegal. Für sein Engagement wurde Oleshangay vor wenigen Tagen mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar geehrt.
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