
Nachdem Frankreich zum 1. Juli dieses Jahres als erstes Land eine Flugticketabgabe zur Entwicklungsfinanzierung eingeführt hatte, wurde laut WEED auf einer internationalen Konferenz in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia darüber beraten, wie eine breitere Unterstützung für innovative Instrumente der Entwicklungsfinanzierung zu erreichen ist. Die Einnahmen aus der Ticketsteuer sollen einen Fonds zum Erwerb von Medikamenten gegen Aids, Malaria und Tuberkulose speisen. Der Fonds soll bis zur Vollversammlung der Vereinten Nationen im September seine Arbeit aufnehmen.
Auf der Tagesordnung in Brasilia stand neben der Ticketabgabe auch eine Steuer auf Devisentransaktionen („Tobin-Steuer“), die nach Angaben von WEED (Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung) ebenfalls bei Regierungen rund um den Erdball auf wachsendes Interesse stößt.
Kritisch sieht Wahl die Rolle der deutschen Bundesregierung. Auch in Brasilia habe Berlin sich nicht dazu durchringen können, sich der Initiative für eine Ticketsteuer anzuschließen. „Diese Koalition ist entwicklungspolitisch eine lahme Ente“, kritisiert der Entwicklungsexperte.
Die Folgekonferenz zu Brasilia wird von Norwegen organisiert, das ab September den Vorsitz der Gruppe übernimmt und Anfang 2007 zum nächsten Treffen einladen will.




