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Sudan: Annan legt Vorschläge für Darfur-Einsatz vor

New York (epo.de). – UN-Generalsekretär Kofi Annan hat dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen Bericht mit Vorschlägen für einen UN-Einsatz in der westsudanesischen Krisenregion Darfur vorgelegt. Darin heißt es, bis zu 18.600 Blauhelm-Soldaten und starker politischer Druck auf die Regierung in Khartoum wären nötig, um die von gewaltsamen Übergriffen durch Regierungstruppen, Reitermilizen und Rebellen geplagte sudanesische Provinz zu befrieden. Die sudanesische Regierung lehnt einen UN-Einsatz in der Region nach wie vor kategorisch ab.

In Darfur sind nach UN-Angaben bei Kämpfen zwischen Regierungseinheiten, Djanjaweed-Reitermilizen und Rebellengruppen bis zu 300.000 Menschen getötet und mehr als zwei Millionen vertrieben worden. Der Bürgerkrieg hatte im Jahr 2003 begonnen.

In seinem Bericht an den Sicherheitsrat erklärte Annan, die UN-Truppe solle die Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) in Darfur so schnell wie möglich ablösen und hauptsächlich aus Blauhelm-Soldaten aus afrikanischen und asiatischen Ländern bestehen. Es gebe drei Alternativen für den Ersatz der gegenwärtig rund 7.000 AU-Soldaten:

  • eine 17.600 Mann starke Friedenstruppe, bestehend aus 14 Infanterie-Batallionen und zwei Reservekompanien, drei Aufklärungsflugzeugen, acht Kampfhubschraubern und 18 Versorgungs-Helikoptern
  • eine 18.600 Soldaten umfassende Truppe mit zwei zusätzlichen Infanterie-Bataillonen, aber weniger Flugzeugen
  • eine lediglich 15.300 Mann starke UN-Streitmacht, unterstützt von sechs zusätzlichen Hubschraubern und drei Schnelleingreif-Kompanien.

Die erste Alternative wäre am besten ausgestattet und würde den Schutz der Zivilbevölkerung am ehesten gewährleisten, sagte Annan.

Da die sudanesische Regierung eine Einmischung von außen vehement ablehne, wäre nach den Worten des UN-Generalsekretärs ein starker politischer Druck durch die internationale Gemeinschaft notwendig, um klarzumachen, dass die Kosten der Verhinderung des Einsatzes „ernst und langandauernd“ wären, erklärte Annan.

Sudans Präsident Omar el-Baschir hatte in der vergangenen Woche gedroht, Darfur werde zum „Friedhof“ für die UN-Blauhelme, sollten die Vereinten Nationen die Ablösung der AU-Truppen in die Tat umsetzen. Zuvor hatten die UNO und die AU gegen erneute Übergriffe von sudanesischen Regierungstruppen gegen eine Rebellengruppe in Darfur protestiert und die Regierung des Sudan aufgefordert, den im Mai in der nigerianischen Hauptstadt Abuja geschlossenen Friedensvertrag mit der Rebellenorganisation Sudan Liberation Movement (SLM) zu respektieren.

Annan zufolge sind gewaltsame Übergriffe gegen Hilfsorganisationen in Darfur mittlerweile an der Tagesordnung, insbesondere Überfälle auf Autos und Lastwagen. Allein im Juli seien sechs sudanesische Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden. NRO hätten ihre Arbeit in Nord-Darfur deshalb einstellen müssen.

 UNO

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