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Facing Finance: Chinesischer Cyberangriff auf kritische Waffen-Datenbank

In den Jemen-Krieg involvierte Staaten

Berlin. – Seit dem 2.April 2025 wurde die NGO-Website exitarms.org über 180.000 mal von Bots mit chinesischen IP-Adressen angegriffen. „Mit ihrem Angriff auf unsere Datenbank wollen chinesische Bots offenbar verhindern, dass die Welt erfährt, dass auch chinesische Firmen Waffen an Staaten liefern, die völkerrechtswidrige Kriege führen“, erklärt Thomas Küchenmeister, Direktor von Facing Finance. Er fordert die neue Bundesregierung auf, mehr für den digitalen Schutz zivilgesellschaftlicher Organisationen und ihres Engagements zu tun.

Der Cyberangriff erfolgte während der Veröffentlichung des neuen Updates der ExitArms-Datenbank, das zeigt, dass Unternehmen wie Rostec, Leonardo, RTX, BAE Systems, Airbus, Rolls-Royce und Lockheed Martin Waffen in Kriegsgebiete weltweit liefern. Die Rüstungsindustrie inszeniert sich als ‘Garant für Sicherheit und Nachhaltigkeit’ und warb bereits vor Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine für eine Nachhaltigkeitsklassifizierung von Rüstungskonzernen. Mittlerweile investieren ESG-Fonds zunehmend in Rüstungsfirmen – mit Verweis auf die Notwendigkeit, europäische Armeen zur Landesverteidigung auszurüsten. Doch westliche Rüstungsunternehmen beliefern nicht nur demokratische Staaten zur Selbstverteidigung, sondern exportieren auch in Kriegsgebiete wie Jemen, Syrien, Libyen, Sudan, Gaza und Myanmar.

„Da diese Unternehmen weltweit Kriege befeuern, dürfen sie nicht als nachhaltige Investitionen eingestuft werden. Eine solche Einstufung ignoriert ihre Rolle bei der Verschärfung globaler Konflikte und untergräbt die Glaubwürdigkeit von ESG-Kriterien“, sagt Luca Schiewe, ExitArms-Researcher. Die Frage, ob EU-Staaten derzeit in Verteidigung investieren müssen, ist eine völlig andere als die Frage, ob ESG-Fonds in Rüstung investieren dürfen. Die Notwendigkeit von Rüstungsproduktion bedeutet nicht, dass private Investitionen in die Rüstungsindustrie als nachhaltig klassifiziert werden sollten.

741 Unternehmen identifiziert, die weltweit Kriege anheizen

741 Unternehmen waren zwischen 2016 und 2022 direkt, über Tochterunternehmen oder Joint Ventures an Waffenexporten in 41 Kriegsgebiete weltweit beteiligt.

An der Spitze steht Russlands Staatskonzern Rostec mit Waffenlieferungen in 23 verschiedene Kriegsgebiete. Neben der Unterstützung des derzeitigen Angriffskriegs gegen die Ukraine, heizt die russiche Rüstungsindustrie auch weltweit Kriege an durch Exporte an rivalisierende Konfliktparteien wie Indien – Pakistan, Armenien – Aserbaidschan oder Iran – Saudi-Arabien.

Europäische und US-amerikanische Unternehmen folgen dicht dahinter: Leonardo und RTX exportierten in jeweils 17 Kriegsgebiete, gefolgt von Airbus (16), Lockheed Martin (15) sowie Rolls-Royce und BAE Systems (je 14).

53% der Unternehmen, die Waffen in Kriegsgebiete liefern, stammen aus nur sieben Ländern: USA (114 Unternehmen), Russland (75), Deutschland (53), China (47), Frankreich (40), Vereinigte Arabische Emirate (35) und Türkei (28).

Karte: Facing Finance

=> Weitere Informationen unter www.exitarms.org

Facing Finance e.V.
www.facing-finance.org

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