New York (epo.de). – Die Vereinten Nationen haben vor einer Überforderung ihrer Kapazität zur Durchführung von friedenserhaltenden Maßnahmen gewarnt. Derzeit seien weltweit 93.000 Blauhelme und UN-Mitarbeiter in 16 Friedenmissionen im Einsatz, sagte Untergeneralsekretär Jean-Marie Gu?henno in New York. Im kommenden Jahr könne ihre Zahl auf rund 140.000 anwachsen.
Mit der Stationierung der UN-Blauhelme im Libanon, in Osttimor und dem geplanten Einsatz in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur drohe eine politische Überforderung der Vereinten Nationen, sagte Gu?henno vor der Presse im UN-Hauptquartier in New York. Es sei schwierig, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf so viele gleichzeitig laufende Operationen zu richten.
Gu?henno zufolge explodieren auch die Kosten für die friedenserhaltenden Maßnahmen. Im kommenden Jahr, wenn die volle Stationierung der Friedenstruppen im Libanon und in Osttimor abgeschlossen sei, werde das Budget für die Friedensmissionen sechs Milliarden US-Dollar übersteigen.
Die Zunahme der Friedensmissionen zeige aber auch, dass die Zahl der offenen bewaffneten Konflikte sinke und das Vertrauen in die UN-Friedenseinsätze gestiegen sei, betonte Gu?henno.




