New York (epo.de). – Auch nach 41 Abstimmungen in der UN-Vollversammlung steht noch nicht fest, welches Land Lateinamerika künftig im Weltsicherheitsrat vertreten wird. Weder Venezuela noch Guatemala erhielten bislang die notwendige Zweidrittelmehrheit. Die UN-Botschafter der lateinamerikanischen Staaten seien nun auf der Suche nach einem Land, das als Kompromisskandidat die Akzeptanz der Vollversammlung finden könnte, teilten die Vereinten Nationen in New York mit.
Bei sechs Wahlgängen am Mittwoch kam Guatemala auf 100 bis 109 Stimmen, während Venezuela 72 bis 84 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Während Venezuela von den eher linksgerichteten Ländern in Lateinamerika unterstützt wird, hat Guatemala das Vertrauen der USA und rechtsgerichteter Regierungen. Im Gespräch ist jetzt die Einigung auf einen Kompromisskandidaten. In diplomatischen Kreisen wurden dabei Bolivien, Brasilien, Chile, Uruguay und Costa Rica ins Gespräch gebracht.
Überlicherweise einigen sich die Regionen im Vorfeld der Abstimmung auf ein Land, das einen freiwerdenden Sitz im UN-Sicherheitsrat übernehmen soll. Lateinamerikas UN-Botschafter konnten sich bislang jedoch nicht auf ein Mitgliedsland verständigen, das nach dem Ausscheiden Argentiniens aus dem Rat zum Ende des Jahres die Region für zwei Jahre vertreten soll.
Dem Weltsicherheitsrat gehören die fünf ständigen, mit Vetorecht ausgestatteten Mitglieder China, Russland, USA, Frankreich und Großbritannien an. Hinzu kommen zehn nichtständige Mitglieder, die von der Vollversammlung jeweils für zwei Jahre gewählt werden. Jedes Jahr werden fünf neue nichtständige Mitglieder gewählt. Südafrika, Indonesien, Italien und Belgien stehen bereits als neue Mitglieder fest.




