
Ziegler sprach von einer „Schande für die Menschheit“. Nach den Erkenntnissen der Welternährungsorganisation FAO könnte die Erde zwölf Milliarden Menschen ernähren, wenn die Nahrung gerechter verteilt würde – doppelt so viele wie derzeit auf dem Planeten lebten, erklärte Ziegler. Trotz wiederholter Versprechungen der Staatengemeinschaft, den Hunger zu beseitigen, wachse die Zahl der Hungernden aber weiter an.
Ziegler zufolge ist Afrika am schlimmsten betroffen, wo die fortschreitende Wüstenbildung den Anbau von Nahrung immer mehr einschränke. Die Hälfte der Hungernden lebe bereits auf Land, dessen Fruchtbarkeit aufgrund der Desertifikation immer mehr abnehme. Weitere Ursachen seien die „massive Unterfinanzierung“ von Nahrungsmittelhilfe-Programmen der Vereinten Nationen und das Dumping von Nahrungsmitteln, die in Europa oder den USA produziert und mit jährlich 349 Milliarden US-Dollar subventioniert würden.
Die afrikanische Landwirtschaft werde durch die Exporte billiger Nahrungsmittel von seiten der Industriestaaten ruiniert, erklärte Ziegler in seinem Bericht an die Vereinten Nationen. „Es ist eine Schande für die Menschheit, dass in einer Welt, die reicher ist als je zuvor, sechs Millionen Kinder an Fehlernährung und damit verbundenen Krankheiten sterben müssen, bevor sie das Alter von fünf Jahren erreichen.“
Ziegler forderte „massive Investionen“ in die Entwicklung der ländlichen Gebiete in Entwicklungsländern, wo mehr als 80 Prozent der Hungernden lebten. Ohne angemessene Investitionen in kleine Bewässerungsprojekte und kleinbäuerliche Landwirtschaft gebe es kaum Hoffnung, den Hunger ausrotten zu können, betonte Ziegler in seinem Bericht.




