Duisburg/Charkiw. – Zum Internationalen Tag der Kinder, die Opfer von Aggression geworden sind (4. Juni), macht die Kindernothilfe auf die dramatische Lage von Millionen Kindern in Kriegsgebieten aufmerksam – insbesondere in der Ukraine. Während Kinder in vielen Ländern unbeschwerte Sommerferien genießen, herrschen in Regionen wie der Ostukraine Angst, Unsicherheit und tägliche Bedrohung.
„Der Krieg macht keine Ferien“, sagt Katrin Weidemann, Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Für viele Kinder bedeutet die schulfreie Zeit, weiterhin Tage in Schutzräumen zu verbringen – denn die Sirenen heulen fast täglich. In Städten wie Charkiw ist es kaum möglich, draußen zu spielen.“
Viele Schulen in der Ukraine sind zerstört oder unbenutzbar. Der Unterricht verlagert sich daher zunehmend in sichere Zonen unter der Erde. In Charkiw wurde im April bereits die dritte unterirdische Schule eröffnet – mit Platz für über 1.000 Schülerinnen und Schüler, betont die Kinderrechtsorganisation.
Ein Schutzraum, errichtet durch die Kindernothilfe-Partnerorganisation Myrne Nebo, ermöglicht Kindern das Lernen und Spielen unter extrem herausfordernden Bedingungen. Doch Bildung allein reicht nicht aus, um das seelische Leid zu lindern. Viele Kinder sind schwer traumatisiert – wie etwa ein elfjähriges Mädchen, das nach einem Angriff begann, sich selbst zu verletzen. Erst eine intensive Therapie, vermittelt durch den Kindernothilfe-Partner Voice of Romni, konnte helfen.
„Unsere Partnerorganisationen bieten psychologische Hilfe – durch mobile Seelsorge-Teams, Einzel- und Gruppentherapien sowie Trainings für Eltern und Lehrkräfte. Doch auch positive Erlebnisse und geschützte Räume sind entscheidend“, erklärt Weidemann.
Deshalb organisiert die Kindernothilfe gemeinsam mit lokalen Partnern kreative Ferienprogramme – sowohl online als auch offline. In Sommer-Camps können Kinder spielen, sich künstlerisch ausdrücken, an Workshops teilnehmen und inspirierende Persönlichkeiten treffen. Ziel ist es, ihnen trotz des Krieges ein Stück Kindheit und Unbeschwertheit zurückzugeben.
Hintergrund:
Weltweit wachsen derzeit rund 473 Millionen Kinder in Konfliktzonen auf – das sind fast ein Fünftel aller Kinder. In der Ukraine sind über 4,3 Millionen Kinder seit Beginn des Krieges vertrieben worden. Mindestens 2.400 Kinder wurden bisher getötet oder verletzt. Die Kindernothilfe ist seit 2022 in der Ukraine aktiv.
Quelle: www.kindernothilfe.de
Foto: Kinder spielen in einem Kinderschutzzentrum des Kindernothilfepartners Myrne Nebo in der Ukraine (Quelle: Myrne Nebo) Copyright © Kindernothilfe







