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Engagiertes Bekenntnis zum christlich-islamischen Dialog

Erhard Brunn: Christentum und Islam – ein neuer Dialog des Handelns.
Begegnungen in Europa und Afrika, Frankfurt am Main 2006

 

Erhard Brunn, Historiker und Journalist, hat sich fünfzehn Jahre lang in Afrika und Deutschland für die Zusammenarbeit von Christen und Muslimen eingesetzt. Sein Buch schildert Stationen seines Engagements und Begegnungen mit religiösen Persönlichkeiten: mit Afrika-Missionaren, Bischöfen und Kardinälen sowie muslimischen Vertretern. Das Buch enthält keine wissenschaftliche Analysen, sondern persönliche Erfahrungsberichte, die durch Dokumente der Personen und Organisationen ergänzt werden, mit denen der Autor zusammenarbeitete.

Cover Buch Erhard BrunnBrunn hat mehrere Jahre in Ost- und dann in Westafrika gelebt. Er erlebte den Guerillakrieg im Grenzgebiet von Uganda und Kongo und besuchte den Süd-Sudan. Als Mitarbeiter des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) im Niger und in Uganda lernte er den toleranten afrikanischen Islam kennen („Wir beten alle zu dem selben Gott“), aber er lässt dabei nicht unerwähnt, wie der saudi-arabische Einfluss über Geldinvestitionen den kulturell angepassten Islam auslöschen will. Brunn erläutert interreligiöse Initiativen, die er zum Teil selbst mit auf den Weg gebracht hat: So beschreibt er den Versuch deutscher  Muslime, die Opfergaben muslimischer Gläubiger als Spenden für interreligiöse Initiativen in Afrika einzusetzen.

Zurück in Deutschland, arbeitete Brunn nach einem ersten Afrikaeinsatz ab dem Jahr 2000 bei der IGMG mit, der Islamischen Gemeinschaft Mili Görüs, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, inzwischen aber auch wieder von Innenminister Schäuble in Dialoggespräche einbezogen wird. Brunn schildert unterschiedliche Strömungen bei Mili Görüs und formuliert vorsichtig, er habe sich widersprechende Verhaltensweisen bei Mili Görüs beobachtet.

Im Buch wird deutlich, wie mühsam die von Erhard Brunn auf den Weg gebrachten Verständigungsversuche vorankommen. Er selbst ist in seinem Engagement durch persönliche Freundschaften mit Muslimen motiviert – unter anderem durch die persönliche Beziehung mit Mustafa Yoldas vom Hamburger Dachverband Muslimischer Organisationen.

Aus Brunns Erfahrungsberichten lässt sich schlussfolgern, dass der dringend benötigte Dialog des Handelns wohl nur unter zwei Bedingungen erfolgreich sein wird: Zum einen sollten Christen und Muslime verstärkt persönliche Vertrauensbeziehungen zueinander aufbauen. Hier können die Erfahrungen des Autors als vorbildlich und wegweisend gelten. Zum anderen müssen dann aber auch neben den Gemeinsamkeiten die Unterschiede und Konfliktpunkte zwischen den Religionen klar angesprochen werden.

Diese Konfliktpunkte erscheinen in dem Buch eher am Rande. Ohne eine Offenheit und Klarheit bezüglich der Streitpunkte, die auf der Basis von vertrauensvollen Beziehungen angesprochen werden sollten, bleiben wir aber in den interreligiösen Beziehungen auf halbem Wege stecken. Je stärker die Vertrauensbasis zwischen den Dialogpartnern ist und je ehrlicher wir miteinander umgehen, desto größer ist die Chance, dass wir in dem interreligiösen Dialog des Handelns vorankommen.

Erhard Brunn: Christentum und Islam – ein neuer Dialog des Handelns. Begegnungen in Europa und Afrika. Vorwort von Udo Steinbach
Verlag Brandes & Apsel, Frankfurt a.M. 2006, ca. 184 S., Format 20,7 x 14,5 cm, Paperback, EUR 14,90/sFr 25,90; ISBN 3-86099-854-4

Prof. Josef Freise

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