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Vereinte Nationen: GfbV bedauert Ausscheiden von Jan Egeland

GfbVGöttingen (epo.de). – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat das Ausscheiden des stellvertretenden UN-Generalsekretär Jan Egeland aus seinem Amt bedauert. Der für humanitäre Angelegenheiten zuständige Norweger habe als „unerschrockener Anwalt der Not Leidenden und Entrechteten“ hunderttausenden Menschen im Sudan, im Kongo, in Uganda und in vielen anderen Krisengebieten das Leben gerettet, erklärte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. „Mit ihm verlieren die Vereinten Nationen ihr Gewissen.“

Die Amtsperiode Egelands, der seit 2003 bei den Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten zuständig war, endet am 12. Dezember.

Ohne diplomatische Rücksichtnahme habe Egeland seine Stimme für die Opfer von Gewalt, Vertreibung und schwersten Menschenrechtsverletzungen erhoben, sagte Delius am Montag in Göttingen. Mit seiner massiven Kritik an Menschen verachtenden Regierungen und dem Versagen der internationalen Staatengemeinschaft bei der Eindämmung schwerster Menschenrechtsverletzungen habe er sich nicht nur Freunde gemacht. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die schutzlose Zivilbevölkerung in Darfur habe die sudanesische Regierung ihn an der Einreise in den Sudan gehindert. Doch anders als seine Amtsvorgänger und viele hochrangige UN-Vertreter habe sich Egeland davon nicht einschüchtern lassen, lobte die GfbV. Er habe den Streit mit der sudanesischen Regierung genutzt, um noch mehr Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Not leidenden Menschen zu lenken.

Im Unterschied zu UN-Generalsekretär Kofi Annan, der erst in den letzten Monaten seiner Amtszeit Regierungen deutlicher anprangere, die massiv humanitäres Völkerrecht verletzen, habe Egeland während seiner gesamten Amtszeit konsequent seine Stimme für diejenigen erhoben, deren Hilferufe von der Welt nicht gehört werden, urteilte die GfbV. „Das ist selten in den Vereinten Nationen, wo Opportunismus und vermeintliche statistische Erfolge oftmals mehr zählen als eine konkrete Verbesserung der Lage der anvertrauten Zivilbevölkerung“, erklärte Delius. „Egelands Ausscheiden ist ein schwerer Verlust für die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen und der internationalen Staatengemeinschaft.“

In seinem letzten Bericht für den Weltsicherheitsrat hatte Egeland am 4.Dezember 2006 den Staatschefs der Welt vorgeworfen, ihr Versprechen vom Milleniumsgipfel im September 2005 nicht einzuhalten, die Zivilbevölkerung in Darfur wirksam zu schützen. Vergeblich habe er darauf gewartet,  dass die internationale Staatengemeinschaft ihren Druck auf die sudanesische Regierung verstärke. Die Sicherheit in Darfur befinde sich im „freien Fall“, so dass nun die gesamte Region im Krieg zu versinken drohe, warnte Egeland. Sechs Millionen Menschen seien bald auf Hungerhilfe angewiesen.

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