
Der Menschenrechtspreis wurde am Dienstag Abend in Paris überreicht. Er ist in vier Kategorien unterteilt und mit je 2.500 Euro dotiert.
„Mit unserem Menschenrechtspreis wollen wir all jene ermutigen, die sich trotz erheblicher persönlicher Risiken für Presse- und Meinungsfreiheit engagieren“, sagte Elke Schäfter, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen (ROG) in Deutschland. „Der Preis schafft Öffentlichkeit, die repressive Regierungen oft fürchten. Er wirft ein Schlaglicht auf die Einschränkungen, denen Medien weltweit unterworfen sind und zeigt, was unabhängigen Journalistinnen und Journalisten für kritische Recherchen in vielen Teilen der Welt droht.“
In der Kategorie „Journalist des Jahres“ entschied sich die international besetzte 35-köpfige Jury für den Journalisten Win Tin aus Myanmar. Er ist 76 Jahre alt und seit 17 Jahren hinter Gittern. 1989 verurteilte ihn ein Gericht laut ROG in einem unfairen Prozess zu 20 Jahren Haft wegen Subversion und regierungsfeindlicher Propaganda. Trotz widriger Haftbedingungen und gesundheitlicher Probleme bleibt Win Tin unbeugsam und weigert sich, der Nationalen Liga für Demokratie, der er verbunden ist, abzuschwören. Seine Nichte Thinn Thiri bedankte sich für ihren Onkel Win Tin.
Den Preis für das Medium, das sich für das Recht auf Information einsetzt, erhielt die zweimal pro Woche erscheinende Zeitung Nowaja Gaseta aus Moskau. Die am 7. Oktober ermordete kritische Journalistin Anna Politkowskaja schrieb für das Blatt. Nowaja Gaseta greift Tabuthemen wie Korruption bei den Behörden oder Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien auf und informiert kreml-kritisch. Alexandre Mineev, Europa-Korrespondent der Zeitung, freute sich für die Redaktion über die Auszeichnung.
In der Kategorie „Cyberdissidenten“ wurde Guillermo Fari?as Hern?ndez, Chef der unabhängigen Nachrichtenagentur Cubanac?n Press, ausgezeichnet. Er setzt sich in Kuba für den ungehinderten Zugang zum Internet ein. Mit seinem Hungerstreik für ein freies Internet im Februar dieses Jahres erregte er weltweit Aufsehen. Der kubanische Schriftsteller Eduardo Manet übernahm stellvertretend für Guillermo Fari?as Hern?ndez den Preis.
Als Verteidiger der Pressefreiheit ehrte die Jury die Journalistenvereinigung „Journaliste en danger“ (JED) aus der demokratischen Republik Kongo. Sie ist eine der aktivsten und angesehensten Organisationen für Pressefreiheit in Afrika. Ihr Engagement gilt liberaleren Pressegesetzen sowie Kolleginnen und Kollegen, die unter Druck geraten oder inhaftiert sind. Donat M’Baya Tshimanga, Präsident der Organisation, nahm den Preis entgegen.




