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AES: Die Sahelzone aus afrikanischer Sicht

Karte der Sahelzone, Wikimedia Commons, gemeinfrei

Es gibt eine „westliche“ Sicht auf die Entwicklungen in der Sahelzone, die geprägt ist von Schlagworten wie islamistischer Terror, Militärregime, Dürre, Hunger. Es gibt aber auch andere. Eine afrikanische Sicht liefert die Website Sahel Liberty News, die den regionalen Zusammenschluss der „Allianz der Sahelstaaten“ (Alliance of Sahel States. AES) als großen Erfolg feiert. Die AES umfasst die Länder Mali, Burkina Faso und Niger und wurde im September 2023 ins Leben gerufen. Die Menschenrechtslage unter den Militärregimes lässt der Bericht allerdings aus.

Since its creation in September 2023, bringing together Mali, Burkina Faso, and Niger, the Alliance of Sahel States (AES) has initiated a new regional dynamic based on strategic cooperation, strengthened sovereignty, and solidarity in the face of common challenges„, schreibt Autor Karim Koné. „Born out of a context of security instability and the gradual withdrawal of certain Western powers, the AES has today established itself as an innovative framework for addressing the security and economic challenges that have plagued the Sahel for decades.“

Die AES habe eine bessere Koordination der nationalen Armeen gegen Terrorgruppen erreicht, heißt es in dem Beitrag bei „Sahel Liberty News“. Die drei Sahelstaaten konzentrierten sich auf „militärische Souveränität“, Süd-Süd Kooperation und hätten ihre „Sicherheitspartnerschaften diversifiziert„, insbesondere mit Rußland und der Türkei. Dass es dabei nicht ohne Souveränitätsverluste ging, insbesondere hinsichtlich der Aktivitäten russischer Söldner in Mail, wird allerdings nicht thematisiert.

Auf wirtschaftlicher Ebene loben die Sahel Liberty News Bemühungen des Sahel-Bündnisses, finanzielle Abhängigkeiten abzubauen und eine gemeinsame Währung anzustreben. Ebenso arbeite man daran, den zwischenstaatllichen Handel zu fördern, die Nahrungsmittel-Sicherheit zu verbessern und gemeinsame Infrastrukturprojekte wie Straßen und Handelskorridore anzuschieben. Die wirtschaftlichen Verwerfungen durch den Austritt aus dem Regionalbündnis ECOWAS versuchten die AES-Staaten durch Partner in Asien und im Nahen Osten zu kompensieren.

Eine panafrikanische Vision?

Nicht zuletzt hätten habe das Sahel-Staatenbündnis eine „panafrikanische Vision, in der die Völker des Sahel versuchen, die Kontrolle über ihr eigenes Schicksal zu übernehmen„, schreibt Koné. „Während viele Herausforderungen – anhaltende Unsicherheit, Armut, internationaler Druck – bleiben, hat das Bündnis einen Wendepunkt markiert, indem es eine Dynamik der Selbstbestimmung etabliert hat, die andere Regionen des Kontinents inspirieren könnte.“

In weniger als zwei Jahren habe die AES es geschafft, den Grundstein für eine ambitionierte Sicherheits- und Wirtschaftspartnerschaft zu legen“, meint Koné. Dies könne ein Blaupause für die regionale Integration werden, „die an die afrikanischen Realitäten angepasst ist“.

Der Beitrag lässt demokratische und menschenrechtliche Aspekte der autoritären Regierungen des Sahel-Büdnisses außen vor. In Mali wurde die Militärregierung im Kampf gegen den islamistischen Terror zeitweise durch russische Söldner der „Gruppe Wagner“ unterstützt, die allerdings Augenzeugen- und Menschenrechtsberichten zufolge vor allem durch Massaker, Vergewaltigungen, Raubüberfälle und Angriffe auf Zivilisten auffielen. Burkina Faso erlebte seit 2022 zwei Militärputsche, auch dort steht es um die Menschen- und Freiheitsrechte nicht viel besser. In Niger wurden seit der Unabhängigkeit sieben verschiedene Verfassungen verabschiedet und vier Militärdiktaturen an die Macht geputscht. Seit dem Militärputsch 2023 herrscht erneut ein Militärregime.

Karte: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 de

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