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Südsudan: Hoffnung, Dauerkrise, fehlende Hilfe

Foto: Lager für intern Vertriebene im Südsudan, Oxfam East Africa via Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Bonn. – Vor 14 Jahren, am 9. Juli 2011, wurde der Südsudan unabhängig. Seitdem ist das Land nur selten zur Ruhe gekommen. Immer wieder kommt es zu bewaffneten Konflikten, Vertreibungen und Hungersnöten. Durch die vielen Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Sudan spitzt sich die humanitäre Notlage weiter zu. Die UNO-Flüchtlingshilfe, der nationale Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, warnt eindringlich vor einer sich zuspitzenden humanitären Krise.

Trotz großer Hoffnung auf Frieden und Stabilität nach der Unabhängigkeit bleibt die Lage im Land katastrophal, konstatiert die UNO-Flüchtlingshilfe. „Seit der Abspaltung vom Sudan ist der Südsudan kaum zur Ruhe gekommen: Bewaffnete Konflikte, Hunger, Vertreibung und die Folgen des Klimawandels bestimmen das Leben vieler Menschen.“

„Der Südsudan ist eine der am stärksten vernachlässigten Krisen weltweit. Wenn die internationale Gemeinschaft jetzt nicht handelt, dann lassen wir Millionen Menschen – insbesondere Kinder – im Stich.“

Ricarda Brandts, Vorstandsvorsitzende der UNO-Flüchtlingshilfe

Die Situation im Südsudan gehört heute zu den sogenannten vergessenen Langzeitkrisen, die einen immensen humanitären Hilfsbedarf haben. Die ohnehin prekäre Situation verschlimmert sich zudem zusehends aufgrund der aktuellen dramatischen Mittelkürzungen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), das gemeinsam mit seinen Partnern in sieben Gouvernements des Südsudan Flüchtlinge, Vertriebene, Rückkehrer und Gastgemeinden schützt und unterstützt, hat für seine Arbeit aktuell nur 17 Prozent der erforderlichen Gelder für 2025 zur Verfügung. Die UNO-Flüchtlingshilfe appelliert daher dringend an die internationale Gemeinschaft, die Hilfe für die Menschen im Südsudan aufzustocken.

Komplexe Krise, massive Überforderung

Ohne einen deutlichen Anstieg von Hilfsgeldern wird sich die Notlage der Menschen weiter verschlechtern, die bereits erschreckende Ausmaße erreicht hat. Im Südsudan müssen 1,9 Millionen Menschen als Vertriebene leben. Mehr als 2,3 Millionen Südsudanesen haben als Flüchtlinge in den Nachbarländern Aufnahme gefunden – allein eine Million in Uganda und fast 620.000 im Sudan, wo ein Bürgerkrieg tobt.

65 Prozent der südsudanesischen Flüchtlinge sind Minderjährige, die Hauptleidtragenden von Gewalt und Vertreibung. Ernährungsunsicherheit und Hunger sind allgegenwärtig: Die Gesamtzahl der unterernährten Kinder unter fünf Jahren im Südsudan liegt bei 2,3 Millionen, von diesen sind rund 715.000 hochgradig unterernährt. Die extrem komplexe und schwierige Situation wird noch durch die über 1,1 Millionen sudanesischen Flüchtlinge verschärft, die im Südsudan Schutz und Sicherheit vor dem Bürgerkrieg suchen, und die Aufnahmekapazitäten eines der ärmsten Länder der Welt bei Weitem überfordern.

Foto: Lager für intern Vertriebene im Südsudan, Oxfam East Africa via Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Weitere Informationen: uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/suedsudan

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