Bonn/Rom. – Anlässlich der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz (Ukraine Recovery Conference 2025) am 10. und 11. Juli in Rom appelliert die internationale Hilfsorganisation CARE an Regierungen, Geberinstitutionen und Wiederaufbauakteure, die Gleichstellung der Geschlechter konsequent in den Mittelpunkt des Wiederaufbaus der Ukraine zu stellen. Insbesondere die Stimmen und Perspektiven von Frauen sowie marginalisierter Gruppen müssten dringend mehr Gehör finden.
Obwohl bei der letztjährigen Konferenz in Berlin Fortschritte erkennbar waren, kritisiert CARE, dass Frauenrechtsorganisationen und zivilgesellschaftliche Gruppen weiterhin nicht systematisch in alle Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden sind.
„Es ist zutiefst frustrierend, wie vorrangig Männer über die Zukunft der Ukraine debattieren – während Frauen und ihre Themen fast vollständig unter den Tisch fallen“, erklärt Michael McGrath, Länderdirektor von CARE Ukraine.
McGrath berichtet von einem Besuch an der Frontlinie: „Letzten Monat habe ich nahe der Front lokale, von Frauen geführte Organisationen getroffen. Unter Beschuss stellen sie sichere Unterkünfte für vertriebene Frauen bereit und machen das Leben für Überlebende von Krieg und Gewalt mit Traumaberatung wieder ein bisschen erträglicher. Der Antrieb dieser Frauen ist ein enormer Wille, zu helfen und einen positiven Unterschied für die Menschen in Not zu bewirken. Diese Stimmen müssen in Rom gehört werden – nicht nur als Fußnote, sondern als Mitgestalterinnen ihrer Zukunft.“
Trotz anhaltender Finanzierungskrise und erschwerter Rahmenbedingungen leisten Frauen einen entscheidenden Beitrag zur humanitären Hilfe, zum sozialen Zusammenhalt und zum lokalen Wiederaufbau in der Ukraine. Doch strukturelle Unterfinanzierung und mangelnde Mitsprachemöglichkeiten in politischen und strategischen Gremien behindern ihr Engagement zunehmend.
„Wiederaufbau bedeutet nicht nur, Mauern neu zu errichten. Es geht darum, Vertrauen, Würde und Chancen wiederherzustellen – und niemand versteht das besser als die Frauen, die ihre Gemeinschaften zusammengehalten haben, als alles andere zerbrach“, so McGrath weiter. „Wir fordern die Gastgeber der Ukraine Recovery Conference 2025 auf, zuzuhören, zu handeln – und Geschlechtergerechtigkeit nicht als Pflichtaufgabe, sondern als Grundpfeiler des Wiederaufbaus zu begreifen.“
Die Ukraine Recovery Conference 2025 (URC25) wird gemeinsam von den Regierungen der Ukraine und Italiens in Rom ausgerichtet. Sie folgt auf die bisherigen Konferenzen in Lugano (2022), London (2023) und Berlin (2024).
Quelle: www.care.de







