Göttingen. – Die Gesellschaft für bedrohte Völker hat am Montag über „gezielte, koordinierte Angriffe“ auf drusische Gemeinden in Südsyrien berichtet. In einem dringenden Appell an Bundesregierung, NATO, Europäische Union, Israel und internationale Organisationen fordert die GfbV sofortige Schutzmaßnahmen für die drusische Minderheit.
„Unsere Kontakte in der Region Suwaida berichten von gezielten, koordinierten Angriffen auf drusische Gemeinden. Die Lage eskaliert dramatisch. Mich persönlich haben direkte Hilferufe erreicht“, erklärte Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV, am Montag in Göttingen. „Viele Betroffene sehen die neue islamistische Regierung unter al-Scharaa als Drahtzieher dieser Eskalation. Die Kämpfe mit den Beduinen werden instrumentalisiert werden, um ein militärisches Eingreifen aus Damaskus zu rechtfertigen.“
Die GfbV fordert eine unabhängige internationale Untersuchung der Übergriffe auf die drusische Bevölkerung und Schutzmaßnahmen durch internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen. Sollten sich die Vorwürfe gegen das Regime in Syrien und dessen Verbündete als zutreffend herausstellen, seien „gezielte Sanktionen und diplomatischer Druck notwendig. Zudem sollten Soforthilfeprogramme zum Schutz religiöser Minderheiten, insbesondere der Drusen, eingeleitet werden.
„Nach den Massakern an der alawitischen Minderheit an der Mittelmeerküste droht nun den Drusen ein ähnliches Schicksal“, sagte Sido. „Sollte es den Islamisten gelingen, auch diese Gemeinschaft gewaltsam zu unterwerfen, befürchten viele, dass die kurdischen Gebiete im Norden Syriens als Nächstes ins Visier geraten.“
Foto: Drusische Männer auf den Golanhöhen in traditioneller Kleidung. © Gemeinfrei, Israel Defense Forces, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Quelle: Gesellschaft für bedrohte Völker | www.gfbv.de







