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Caritas international: „Das System der humanitären Hilfe gerät ins Wanken“

Screeshot der Caritas International Website. Drohende Hungersnot im Sudan.

Freiburg. – Caritas international hat im Jahr 2024 9,1 Millionen Menschen in Not erreicht – ein Anstieg von 1,6 Millionen im Vergleich zu 2023. Für diese Hilfe standen dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes 105 Millionen Euro zur Verfügung. Laut Jahresbericht ist dies das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte von Caritas international.

„Das ist das zweitbeste Ergebnis in unserer Geschichte – ermöglicht durch die großartige Solidarität privater Spenderinnen und Spender, kirchlicher und öffentlicher Geber sowie langjähriger Partner“, sagte Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes.

Trotz dieser positiven Bilanz warnt Caritas international eindringlich vor einem globalen Rückgang politischer Unterstützung für humanitäres Engagement. Öffentliche Geber, darunter USAID und die deutsche Bundesregierung, haben ihre Budgets drastisch gekürzt. Weltweit werden nach Schätzungen der Caritas im Jahr 2025 rund 60 Milliarden US-Dollar weniger für humanitäre Hilfe bereitgestellt – ein Drittel weniger als im Vorjahr.

Die Folgen sind dramatisch: 60.000 humanitäre Helferinnen und Helfer mussten bereits entlassen werden, darunter mehr als 5.000 Mitarbeitende von Caritas-Organisationen weltweit. „Die politische Rückendeckung für solidarisches Handeln bröckelt, das System der humanitären Hilfe gerät ins Wanken“, erklärte Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand für Internationales, Migration und Katastrophenhilfe. „Und diese existenzielle Krise trifft die Schwächsten zuerst: Zum Beispiel zwei Millionen Menschen in Äthiopien, die keine Nahrungsmittelhilfe mehr erhalten. Oder tausende Kinder in Bangladesch, die in den Flüchtlingscamps nicht mehr zur Schule gehen können.“

Als Antwort auf diese Entwicklung fordert Caritas international eine konsequente Lokalisierung der Hilfe. Müller kritisiert: „Bislang werden 95 Prozent der humanitären Gelder an die großen internationalen Hilfsorganisationen gezahlt. Das ist aus unserer Sicht falsch. Macht und Ressourcen müssen noch deutlich stärker in lokale Hände gelegt werden. Das ist ethisch geboten und macht die Hilfe zudem effizienter.“

Insgesamt unterstützten im Jahr 2024 über 116.000 Spenderinnen und Spender die Arbeit von Caritas international. Die Werbe- und Verwaltungskosten lagen bei 10,1 Prozent.

Der vollständige Jahresbericht, weitere Statements sowie Bildmaterial stehen hier zur Verfügung: Jahresbericht 2024

Quelle: www.caritas.de

Foto: Drohende Hungersnot im Sudan. Screeshot der Caritas International Website by epo.de.

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