Epo-Autor Roger Peltzer betreibt einen Blog zur Außen- und Entwicklungspolitik. In einem neuen Beitrag hat er die im Oktober anstehenden Präsidentschaftswahlen in Kamerun thematisiert. Der amtierende Präsident Paul Biya (92) tritt zum achten Mal für das Amt an. Seit 1981 ist er an der Macht. Roger Peltzer analysiert, „warum seine Chance bröckeln und dass es Anzeichen dafür gibt, dass die Machtbasis von Paul Biya bröckelt“.
Biya zeigt sich nur noch selten in der Öffentlichkeit, in der Gerüchte über gesundheitliche Probleme des greisen Präsidenten kursieren und darüber spekuliert wird, wer hinter den politischen Kulissen in Kamerun tatsächlich „die Strippen zieht„.
Roger Peltzer schreibt, Paul Biyas Macht habe jahrzehntelang auf einem Bündnis zwischen seiner in Zentral- und Südkamerun lebenden Ethnie der Beti und den muslimischen und christlichen Eliten Nordkameruns beruht. Das Bündnis habe ein Gegengewicht „gegen die geschäftstüchtigen Bamilike im Westen Kameruns, die die Wirtschaft dominieren“, gebildet. Nordkamerun breche als Unterstützer für Biya jedoch zunehmend weg, und auch die aus dem Norden stammenden Erzbischöfe der katholischen Kirche kritisierten Biya scharf.
Eine marode Intrastruktur und der schwelende Konflikt mit den anglophonen Landesteilen Kameruns sind keine Empfehlung für eine weitere Amtszeit Biyas. Auch seine autoritäre Regierungsführung stößt zunehmend auf Kritik. „Die Gesamtsituation schreit sozusagen nach einer Veränderung“, analysiert Peltzer. „Die große offene Frage ist nun, wie Frankreich aber auch die USA mit der Agonie des Biya-Regimes umgehen werden.“
Foto: Kameruns Präsident Palu Biya mit First Lady. Foto: Franco237, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, gemeinfrei
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