Wuppertal/Laguboti.- Indigene Batak-Gemeinschaften, NGOs und internationale Unterstützer verlangen von der indonesischen Regierung die Schließung des Zellstoffunternehmens PT Toba Pulp Lestari (TPL). Der gemeinsame Appell ist das Ergebnis eines Treffens von mehr als 150 Vertreter*innen von Kirche, Zivilgesellschaft, Wissenschaft sowie bäuerlichen und indigenen Batak-Gemeinschaften am 14. Juli in der Stadt Laguboti nahe dem Toba-See auf der indonesischen Insel Sumatra. Ein Buch dokumentiert die monatelangen gemeinsamen Recherchen und die massiven Umweltschäden durch TPL rund um den Toba-See: Entwaldung, Wasserverschmutzung und die Zerstörung traditioneller Lebensgrundlagen.
Das Treffen auf Sumatra wurde von der Gemeinschaft der Kirchen in Indonesien (PGI) und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) organisiert und war verbunden mit der Vorstellung des Buches «Jeritan Bona Pasogit» – zu Deutsch: «Der Schrei des Batak-Landes». Pfarrer Dr. J.P. Robinsar Siregar, Mitautor des Buches, schilderte die dramatischen Auswirkungen der Unternehmensaktivitäten für die Bevölkerung, insbesondere für Frauen und indigene Gruppen.
Ein «Schattenkonzern» verweigert jegliche Verantwortung
Laut Daten der Umweltbehörde Nordsumatras sind heute nur noch rund 12 % der Waldflächen rund um den Toba-See erhalten. Arie Rompas, Waldkampagnenleiter bei Greenpeace Südostasien, kritisierte die engen Verflechtungen von TPL mit der Royal Golden Eagle Group (RGE). Er bezeichnete TPL als Teil eines undurchsichtigen Schattenkonzerns, der durch ein Netzwerk von Firmen Verantwortung für ökologische Zerstörung systematisch umgehe. Das Unternehmen betreibe seine umweltschädigenden Aktivitäten nicht nur am Toba-See, sondern auch in großem Umfang an anderen Standorten auf Sumatra und auf Kalimantan – beide Inseln sind bekannt für ihre große Biodiversität. RGE wies die Anschuldigungen in einem Statement zurück.
«Das Buch ist kein Abschluss, sondern ein Werkzeug für den weiteren Einsatz der Kirchen zum Schutz der Schöpfung», sagte Irma Simanjuntak, Advocacy Officer der VEM-Region Asien. Prof. Dr. Posma Sibuea rief zum ökologischen Umdenken im Konsum- und Produktionsverhalten auf. Alfian R. Komimbin (PGI) betonte: «Die ökologische Krise ist nicht nur ein technisches, sondern ein geistliches Problem. Sie betrifft unser Verhältnis zur gesamten Schöpfung.»
Sumatra-Kirchen fordern Rückgabe des Landes
Leitende Kirchenvertreter*innen äußerten sich besonders eindringlich, berichtet VEM. So habe Bischof Firman Sibarani von der HKI-Kirche die Rückgabe des Landes an die Bevölkerung gefordert: «Es darf nicht geplündert, sondern muss bewahrt und vererbt werden.»
Pastor Walden Sitanggang von der katholischen Kirche stellte eine gemeinsame Erklärung der Kirchen Nordsumatras vor. «Wenn Land, Wasser und Luft aus Gier zerstört werden, dann wird Gottes Schöpfung geschändet. Die Kirche darf dazu nicht schweigen.»
Die Kirchenleitungen fordern deshalb die dauerhafte Schließung von PT Toba Pulp Lestari durch Staatspräsident Prabowo Subianto sowie den rechtlichen Schutz aller Mitarbeitenden des Unternehmens infolge der Schließung. Ferner sollen der Gouverneur und die örtlichen politischen Entscheidungsträger in Sumatra Kirchen und örtliche Bevölkerung bei der Durchsetzung dieser Forderungen unterstützen.
Foto: © Gemeinschaft der Kirchen in Indonesien (PGI). Das Bild zeigt die Vorstellung des Buches «Der Schrei des Batak-Landes». Am Rednerpult ist Irma Simanjuntak (VEM).
Quelle: www.vemission.org
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) ist eine internationale und gleichberechtigte Gemeinschaft mit 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien, sechs Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.







