
„Das rasante Bevölkerungswachstum Nigerias steht exemplarisch für die Entwicklung des gesamten afrikanischen Kontinents. Bis 2050 wird Afrika voraussichtlich von heute 767 Millionen auf 1,7 Milliarden Menschen wachsen. Das sind eine Milliarde mehr Menschen, die ernährt sowie mit Bildungs- und Gesundheitsangeboten versorgt werden müssen“, sagte Renate Bähr, stellvertretende DSW-Geschäftsführerin.
In Nigeria leben schon jetzt 91 Prozent der Bevölkerung von weniger als zwei US-Dollar am Tag. In Afrika südlich der Sahara gehören drei Viertel der Bevölkerung zu den Armen. „Wenn wir den Hunger und die Armut in diesen Ländern verringern wollen, müssen wir deutlich mehr in Familienplanung und Gesundheit investieren“, sagte Bähr. „Ein Rückgang des Bevölkerungswachstums würde die Gesundheitssysteme dieser Gesellschaften entlasten und so im Kampf gegen die Armut helfen.“
Die Notwendigkeit, stärker in das Gesundheitssystem Nigerias zu investieren, wird nach Auffassung der DSW durch ein besorgniserregendes Ergebnis der Volkszählung bestätigt: In dem westafrikanischen Land leben mehr Männer als Frauen. 71 Millionen Nigerianer stünden 68 Millionen Nigerianerinnen gegenüber. Dies sei ein deutlicher Indikator für eine schlechte gesundheitliche Versorgung der Frauen. Tatsächlich ist die Müttersterblichkeit in Nigeria sehr hoch: Noch immer sterben 800 Frauen pro 100.000 Lebendgeburten.




