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Bürgerkrieg im Sudan: Rebellen rufen Parallelregierung aus

Ankündigung einer Parallelregierung durch RSF-Sprecher Alaa Al-Naqd in Nyala, Süd-Darfur. Screenshot by epo.de

Berlin. – Nach mehr als zwei Jahren Bürgerkrieg hat eine Koalition unter Führung der paramilitärischen RSF-Rebellen im Sudan eine Parallelregierung ausgerufen. Die paramilitärischen Rapid Support Forces kontrollieren weite Teile des westlichen Sudan, darunter die riesige Region Darfur. Chef der neuen Parallelregierung ist RSF-Anführer Mohamed Hamdan Dagalo, genannt Hemeti.

DIe RSF sind seit April 2023 im Bürgerkrieg mit der Armee unter General Abdel Fattah al-Burhan. Der Konflikt gilt als eine der schwersten humanitären Krisen weltweit, westliche Medien berichten aber kaum über die von beiden Seiten verübten Gräueltaten. Die systematische Gewalt gegen Zivilisten wird von internationalen Hilfsorganisationen immer wieder angeprangert. Friedensgespräche und Waffenstillstandsvereinbarungen sind mehrfach gescheitert. Die Ausrufung einer Parallelregierung dürfte laut Beobachtern eine weitere Gewaltwelle hervorrufen.

Eskalationsstrategie mündet in „Regierungs-Mimikry“

Die Parallelregierung wurde von der „Sudan Founding Alliance„, einer Koalition von Verbündeten der Rapid Support Forces (RSF), ehemaliger Rebellengruppen und pro-RSF-Politikern ausgerufen, die gemeinhin als Taasis bezeichnet werden. Sie solle mit der vom Militär geführten Regierung in Port Sudan konkurrieren, berichtete der Sudan War Monitor.

Das neue „Regierungs“-Konstrukt, geleitet von RSF-Kommandeur Hemeti, umfasst einen 15-köpfigen Präsidentenrat und einen zivilen Premierminister, das ehemalige Mitglied des Souveränitätsrates Mohamed Hassan Al-Ta’aishi.

Die Ankündigung wurde vom Sprecher des Bündnisses, Alaa Al-Naqd, in Süd-Darfurs Hauptstadt Nyala verkündet. Die RSF verzeichnet derzeit beträchtliche Gebietsverluste im Zentralsudan und sieht sich zunehmener Luftangriffe durch die Zentralregierung in den Distrikten Darfur und Kordofan ausgesetzt. Die Ausrufung einer Parallelregierung, so der Sudan War Monitor, sei eine signifikante Eskalation in der Strategie der RSF – „von der bewaffneten Dominanz zur Regierunga-Mimikry – und ziele darauf ab, den Anspruch auf nationale Autorität zu bekräftigen:

„The announcement, made by the alliance’s spokesman Alaa Al-Naqd from RSF-held South Darfur capital Nyala, comes amid increasing RSF territorial losses across central Sudan and intensifying SAF air operations in Darfur and Kordofan. It marks a significant escalation in the RSF’s strategy – pivoting from armed dominance to governance mimicry, aimed at reinforcing its claim to national authority.“

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