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Israel/Hamas: Wenn keiner wirklich Frieden in Gaza will

Tasnim News Agency, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Berlin. – Nach dem Abbruch der Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen der Hamas, Israel und den USA in Doha hat Hamas-Führer Khalil Al-Hayya den beiden Staaten vorgeworfen, sie wollten ein mögliches Waffenstillstandsabkommen sabotieren. Die USA und Israel prüfen derweil «alternative Optionen», was auf eine gewaltsame Lösung der Geiselnahme hindeutet. Aus den Stellungnahmen der Hamas und Israels wird deutlich: Beide Seiten wollen keinen Frieden, weil nur der Krieg sie an der Macht hält. Die Europäer halten indes an einer Zweistaatenlösung fest – während Israel Fakten schafft und die Palästinensergebiete nach und nach besetzt.

Der US-Nachrichtenplattform «Drop Site» wurden interne Hamas-Dokumente zugespielt, die etwas Licht in die Verhandlungsführung der Hamas werfen. In einer Rede am späten Sonntagabend erklärte Khalil Al-Hayya demnach, es werde keine weiteren Verhandlungen geben, solange Israel den Gazastreifen belagere, einen Genozid verübe und Hunger als Waffe einsetze:

«We state clearly: There is no point in continuing negotiations under the siege, genocide, and starvation of our children, women, and people in the Gaza Strip,” Al-Hayya said. “We will not accept that our people, their suffering, and the blood of its children be sacrificed for the occupation’s negotiating tricks and the achievement of its political goals.»

An dieser Position werden auch sporadischen Hilfslieferungen nichts ändern, die aufgrund des internationalen Drucks auf Israel am Wochenende wieder aufgenommen werden konnten. Die Vereinten Nationen haben klargemacht, dass es massiver und professionell durchgeführter Hilfsanstrengungen bedarf, um zumindest einen Teil der hungernden Zivilbevölkerung Gazas zu retten.

US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag in einer seiner erratischen Erklärungen auf dem Rasen des Weißen Hauses gedroht, nach dem Ende der Verhandlungen müsse man hinsichtlich der Hamas «den Job zu Ende bringen»:

«They’re gonna have to fight, and they’re gonna have to clean it up. You’re gonna have to get rid of ‘em. I think they will be hunted down.»

Die US-Administration einschließlich des Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff plädieren unisono für «alternative Optionen» zur Befreiung der mutmaßlich noch rund 50 verbliebenen israelischen Geiseln der Hamas. Israels Premier Netanyahu sprach am Freitag davon, «zusätzliche Territorien zu besetzen» und Gaza City zu belagern. Er drohte israelischen Medien zufolge indirekt mit weiteren Attentaten auf Hamas-Führer, auch im Exil.

Der stockkonservative republikanischen US-Senator Lindsey Graham wurde deutlich. Er schlug eine Lösung vor, die bei der Beendigung des Zweiten Weltkriegs funktioniert hatte:

«There’s no way you’re going to negotiate an end of this war with Hamas. (Israel is) «going to do in Gaza what we did in Tokyo and Berlin—take the place by force, then start over again, presenting a better future for the Palestinians.»

Foto: Tasnim News Agency, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

=> Drop Site: Internal Documents Detail Hamas Proposals That Preceded Trump’s Belligerent Rant
=> USA und Israel für „alternative Option“: Aus für Verhandlungen zwischen Israel und Hamas?

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