
„Diese Leitlinien sind ein großer Fortschritt“, sagte Ralf Willinger, Referent für Kinderrechte von terre des hommes. „Die Regierungen verpflichten sich mit der Unterzeichnung auch zu konkreten Schritten zum Schutz von Kindern, die als Flüchtlinge vor der Rekrutierung und dem Einsatz als Soldaten nach Deutschland fliehen. Ihre Asylanträge sollen kindgerecht und in einer ihrem Schicksal angemessenen Art und Weise behandelt werden. Das ist in Deutschland bis jetzt überhaupt nicht der Fall.“
Die bisher einzige Studie zur Situation von ehemaligen Kindersoldaten, die nach Europa geflohen sind, hat terre des hommes gemeinsam mit dem „Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge“ in Deutschland durchgeführt. „Die Ergebnisse waren erschreckend“, so terre des hommes: „Die Kinder müssen das normale Asylverfahren durchlaufen. In der Regel werden ihre Fluchtgründe nicht anerkannt und die Asylanträge abgewiesen. Sie erhalten nur eine zeitlich befristete Duldung.“ Dieser Status lasse sie mit der ständigen Angst vor einer Abschiebung leben und verursache in den meisten Fällen eine Retraumatisierung.
„Wir fordern die Bundesregierung und alle europäischen Regierungen auf, kriegstraumatisierten Kindern ein dauerhaftes Bleiberecht zu geben ? auf unbürokratische Weise, ohne dass sie das Asylverfahren durchlaufen müssen“, so Ralf Willinger. „Es ist beschämend, dass Deutschland, eines der reichsten Länder der Welt, es sich nicht leisten will, schwer traumatisierte Kinder dauerhaft aufzunehmen, zumal dies höchstens einige hundert Fälle im Jahr beträfe.“
terre des hommes hilft traumatisierten Kindern in Projekten in vielen Ländern weltweit, darunter Deutschland, Kolumbien, die Philippinen, Angola, Burma und Indonesien.




