
„Angela Merkel muss als Präsidentin der EU darauf drängen, dass alle Mitgliedsstaaten die Vorgaben der EU zum Thema Kindersoldaten umsetzen“, so Senait Mehari. Die Leitlinien der Europäischen Union verbieten unter anderem, unter 18-Jährige zum Wehrdienst einzuberufen. Außerdem verpflichten sich die EU-Staaten darin, Druck auf Länder auszuüben, in denen weiterhin Kindersoldaten kämpfen. Dazu zählen unter anderem Sri Lanka und Uganda.
Senait Mehari, die selbst Kindersoldatin war, drängt Bundesregierung und EU außerdem, sich um einen dauerhaften Frieden in Norduganda zu bemühen. In dem Konflikt zwischen Rebellen und Regierung wurden in den vergangenen Jahren mehr als 20.000 Jungen und Mädchen als Soldaten missbraucht. Mehr als 1,5 Millionen Menschen lebten jahrelang in Flüchtlingslagern. Derzeit herrscht ein Waffenstillstand, doch die Friedensverhandlungen sind ins Stocken geraten.
Mehari hatte sich bei einer Reise in das Krisengebiet im vergangenen Herbst selbst ein Bild von der verzweifelten Lage vieler Kinder gemacht. Die Kindernothilfe unterstützt in Gulu ein Schutzzentrum für Jungen und Mädchen. Therapeuten arbeiten dort mit ehemaligen Kindersoldaten und Kindern aus den Flüchtlingslagern. Ziel ist es, die während des Konfliktes erlittenen Traumata zu bewältigen und neue Lebensperspektiven zu eröffnen.




