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Red Hand Day: Zwölf Hilfsorganisationen appellieren an die Bundesregierung

Red Hand DayBerlin (epo.de). – Weltweit sind derzeit etwa 250.000 Kinder als Soldaten im Einsatz. Zum Internationalen Tag gegen den Missbrauch von Kindersoldaten haben zwölf deutsche Hilfsorganisationen an die Bundesregierung appelliert: Besonders für Präventionsprogramme, die der Rekrutierung von Kindern in Konflikten vorbeugen, und für die Reintegration ehemaliger Kindersoldaten ins Zivilleben müsse die Bundesregierung und die EU mehr Anstrengungen unternehmen.

„Politiker müssen endlich begreifen, dass sie viel mehr Geld für die Zukunft der Kinder geben müssen“, sagte Senait Mehari, ehemalige Kindersoldatin aus Eritrea. „Ohne Prävention und Rehabilitation kann es keinen Frieden geben.“

Der Sprecher der Deutschen Koordination Kindersoldaten Andreas Rister von terre des hommes, erklärte: „Bei der Pariser Konferenz letzte Woche wurden gute Richtlinien verabschiedet und die Regierungen verpflichteten sich zu verlässlicher Hilfe für die Opfer. Doch in der Praxis passiert zu wenig.“ Dabei gäbe es in Ländern wie dem Kongo oder Angola gute Programme, die mit mehr Unterstützung sehr viel mehr bewirken könnten.

„Ehemalige Kindersoldaten sind auf Hilfe angewiesen. Sonst enden sie als Straßenkinder oder greifen als Kriminelle zur Waffe“, betonte Jörg Nowak von missio, Sprecher der Aktion Volltreffer. „Nur durch psychologische und seelsorgerische Betreuung können sich die ehemaligen Kindersoldaten von ihrem Trauma befreien. Für solche Projekte sind Hilfsorganisationen auf Spenden angewiesen.“

Die heute 30-jährige China Keitetsi erklärte: „Der Krieg als Kindersoldatin endete für mich im Jahre 1995. Es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass die anderen Kinder vergessen werden. Auch die Medien haben hier eine Verantwortung!“

Die Organisationen kritisierten den Umgang der deutschen Behörden mit ehemaligen Kindersoldaten und kriegstraumatisierten Kindern, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen. „Zur Glaubwürdigkeit der deutschen Regierung gehört auch, dass die wenigen Kindersoldaten, denen die Flucht nach Deutschland gelingt, menschlich behandelt werden und nicht wie bisher als unerwünschte Eindringlinge“, so Andreas Rister. „Bisher werden ihre Asylanträge abgelehnt, sie erhalten nur eine Duldung, die jederzeit widerrufen werden kann.“

So lebten sie in der ständigen Angst vor der Abschiebung in ihre Heimat, mit der sie schreckliche Erlebnisse verbinden. Das traumatisiere diese Kinder ein zweites Mal. „Kriegstraumatisierte Flüchtlingskinder müssen auf unbürokratische Weise ein dauerhaftes Bleiberecht außerhalb des Asylverfahrens bekommen“, forderte Rister.

„Mit der Unterzeichnung der Pariser Richtlinien vergangene Woche hat sich Deutschland dazu verpflichtet, so viel wie möglich zu tun, um Kinder vor der Ausbeutung als Soldaten zu schützen“, so Jörg Nowak. „Wir appellieren an die Regierung, dieses Versprechen schnell einzulösen.“

? www.tdh.de
? www.redhandday.org

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