Berlin. – Zum vierten Mal in Folge plant die Bundesregierung drastische Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit. Konkret solle das Budget des Entwicklungsministerium (BMZ) im kommenden Jahr um weitere 400 Millionen auf dann 9,9 Milliarden Euro schrumpfen – trotz aller bisher erzielten Erfolge in der Entwicklungszusammenarbeit, kritiseren ONE und 16 weitere NGOs. Zum Vergleich: Noch 2022 standen dem BMZ 13,8 Milliarden Euro zur Verfügung.
Lisa Ditlmann, Deutschland-Direktorin von ONE, erklärte:
«Millionen Menschen zahlen den Preis für politische Kurzsichtigkeit. Allein die US-Kürzungen der Entwicklungszusammenarbeit werden bis 2030 den Tod von 14 Millionen Menschen zur Folge haben. Großbritannien streicht rund 40 Prozent seiner Mittel für Entwicklungszusammenarbeit. Frankreich und die Niederlande ziehen sich ebenfalls zurück. Und jetzt will auch Deutschland kürzen – zum vierten Mal in Folge. Damit verstärkt die Bundesregierung diesen tödlichen Domino-Effekt, statt ihn aufzuhalten. Mehr noch: Die Kürzungen machen bereits erzielte Erfolge zunichte und werfen uns um Jahrzehnte zurück. Jedem mit einem Mindestmaß an Weitsicht und Sachverstand muss klar sein: Wirklich gespart wird hier nichts. Das Motto ‘Mein Land zuerst’ wird uns allen auf die Füße fallen.»
Insgesamt 17 Hilfs- und Entwicklungsorganisationen kritisieren diesen Schritt deutlich. Auch der Verband Entwicklungspolitik (VENRO) äußerte zum wiederholten Male heftige Kritik.
One verweist auf bisherige Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit, unter anderem:
- Seit 2000 hat sich die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert
- Im gleichen Zeitraum ist die Müttersterblichkeit um über ein Drittel gesunken
- Polio, auch bekannt als Kinderlähmung, wurde fast ausgerottet
- HIV ist kein Todesurteil mehr; selbst in ärmeren Ländern gibt es erschwingliche Medikamente
- Infektionskrankheiten wie Malaria oder Tuberkulose wurden stark zurückgedrängt
- 2010 war jedes dritte Kind aufgrund von Mangelernährung wachstumsverzögert, jetzt ist es etwa jedes fünfte.
- Viele Kinder, insbesondere Mädchen, besuchen zum ersten Mal eine Schule, selbst in Krisengebieten
Foto: ONE-Aktivisten vor dem Bundestag
Quelle: www.one.org







