
„Allen UN-Definitionen zufolge verstehen wir unter Kindersoldat nicht nur den, der mit der Waffe kämpfen muss. Auch Boten, Späher und jüngere Kinder, die erst auf den Dienst an der Waffe vorbereitet werden, sind Kindersoldaten“, sagte Andreas Rister, Sprecher der Deutschen Koordination Kindersoldaten. Diese Definition sei unstrittig festgehalten in den so genannten „Cape-Town Principles“ von 1997. Erst in der vergangenen Woche sei dies bei der internationalen Konferenz in Paris gegen den Einsatz von Kindersoldaten bestätigt worden.
Auch das Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten (2002) verbietet nach Angaben der nichtstaatlichen Organisationen die zwangsweise Rekrutierung von unter 18-Jährigen in Streitkräften und bewaffneten Gruppen, unabhängig davon, wie sie eingesetzt werden. Das trage maßgeblich zum Schutz dieser Kinder bei und gewähre nach Beendigung des Konfliktes den wichtigen Zugang zu Hilfsmaßnahmen.
Nach eigenen Aussagen verbrachte Senait Mehari die Jahre 1980-1982 in einem Rebellenlager der ELF (Eritrean Liberation Front). „Die ELF war eindeutig eine militärische Organisation. Damit waren alle Lager und Einrichtungen der ELF militärischer Natur. Senait Mehari hat den beteiligten Organisationen gegenüber niemals behauptet, mit der Waffe an der Front gekämpft zu haben“, sagte Rister.
Das NDR-Magazin hatte von „ehemaligen Weggefährten“ berichtet, die der heute 32jährigen Sängerin vorwarfen, sie verbreite Lügen über ihre Vergangenheit. „Keiner bestreitet zwar die damaligen schlimmen Zustände, aber alle beteuern, niemals zu Kindersoldaten ausgebildet worden zu sein“, so der NDR. Mehari gebe den Medien die Schuld an der „Mär von der Kindersoldatin“. „Die Medien schreiben, was sie schreiben wollen. Und wenn sie mich als Kindersoldatin betiteln, sage ich o.k. – wenn sie das brauchen, sollen sie mich so nennen.“
Senait Mehari erklärte, sie wolle sich auch weiterhin gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten engagieren. Die Hilfsorganisationen begrüßten dies: „Wir schätzen auch weiterhin ihr Engagement gegen den Einsatz von Kindersoldaten“, sagte Rister.




